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VCS für freiwillige Flugverkehrs- Abgabe

Ein Airbus der Swissair auf dem Flughafen Zürich-Kloten. Keystone

Der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) setzt sich für eine freiwillige Flugverkehrsabgabe ein. Mit dem Projekt "Clipp" sollen Treibhausgas-Emissionen kompensiert werden. Der Erträge aus der Abgabe sollen für Klimaschutzprojekte verwendet werden.

Die VCS-Delegierten haben sich am Sonntag (18.06.) in Luzern grossmehrheitlich für die Flugverkehrsabgabe Clipp (Clima Protection Partnership; ursprünglich Green Wing genannt) augesprochen. Dem Entscheid war am Samstag eine ausführliche Diskussion vorausgegangen. Die 25 Rednerinnen und Redner äusserten sich sehr kontrovers.

Pro und Kontra im VCS

Auf der einen Seite standen die Vertreter einer fundamentalen Ökologie. Sie warfen dem Zentralvorstand, der Clipp unterstützte, quasi den Sündenfall vor. Es war von ökologischem Ablasshandel und Etikettenschwindel (Green Wing) die Rede; ökologisch unbedenkliche Flüge gebe es nicht. Der VCS werde so unglaubwürdig und widersprüchlich.

Dieser Argumentation stellten sich Pragmatiker entgegen, die nicht daran glauben, dass der Flugverkehr mit politischen oder anderen Mitteln wesentlich reduziert werden kann. Eine obligatorische Abgabe sei zwar wünschbar, habe aber zurzeit keine Chance. Die freiwillige Abgabe sei ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Keine generelle Änderung der VCS-Politik

Mit dem Entscheid für die Propagierung von feiwilligen Flugverkehrsabgaben will der VCS seine bisherige flugkritische Verkehrspolitik nicht auf den Kopf stellen. In einer Resolution forderte er denn auch, dass der zu grosszügige Lärmgrenzwert-Entscheid der Schweizer Regierung Flugverkehr revidiert werden müsse.

Mit der freiwilligen Flugverkehrsabgabe sollen Klimaschäden durch den Flugverkehr «beseitigt» werden. Gleichzeitig soll die Öffentlichkeit für die Probleme des Fliegens sensibilisiert werden.

Der VCS will verhindern, dass mit der Abgabe das schlechte Gewissen der Flugreisenden verdrängt und indirekt zur Zunahme der Flugreisen beigetragen wird. Danben will der VCS sich auch weiterhin für eine obligatorische Abgabe einsetzen.

Das Projekt «Clipp» im Detail

«Clipp» sieht eine distanzabhängige, nicht-obligatorische Abgabe von 10 Franken pro Flugstunde bzw. 20 Franken für Kurzstrecken vor. Der Ertrag soll in einen zweckgebunden Fonds fliessen. Aus dem entsprechenden Fonds sollen Klimaschutzprojekte im Inland, in Oststaaten und im Süden finanziert werden.

Würde die Abgabe auf allen Flugreisen ab Schweizer Flughäfen erhoben, kämen jährlich 870 Mio. Franken zusammen. So optimistisch rechnet der VCS aber nicht. Er geht anfänglich von einer zweiprozentigen, in fünf Jahren mit einer achtprozentigen Abgabe- Bereitschaft aus; das ergäbe jährlich eine Summe von 17 bzw. 70 Mio. Franken.

swissinfo und Agenturen

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