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Welsche Winzer besetzen Bern

"Avec Couchepin, pas de pain demain." Keystone

Unzufriedene Westschweizer Weinbauern haben am Montag (10.09.) vorübergehend den Bundesplatz in Bern besetzt. Sie fordern Schutzmassnahmen gegen die Einfuhr von Billig-Weisswein. Volkswirtschafts-Minister Pascal Couchepin sicherte den Demonstrierenden am Abend ein Gespräch für kommenden Donnerstag zu, worauf sich die Lage entspannte.

Die rund 200 Bäuerinnen und Bauern blockierten mit Traktoren und Personenwagen den Bundesplatz und markierten auch im Bundeshaus Präsenz. Sie hätten die Folgen der Liberalisierung der Weisswein-Einfuhren zu tragen, teilte die Westschweizer Organisation «Union des producteurs suisses» mit. Es sei unmöglich, mit den Weltmarkt-Preisen mitzuhalten.

Konsum von Schweizer Wein ging zurück

Durch die Öffnung der Schweizer Grenzen für den Import von Wein ist der Konsum von Schweizer Weisswein innert eines Jahres um rund 5% zurück gegangen, teilen der Schweizerische Weinbauernverband und der Schweizerische Bauernverband mit. Die Aufhebung jeglichen Zollschutzes habe bei den Weisswein-Importen zu einer Zunahme von 30% auf 5,5 Mio. Liter geführt.

170 Mio. Liter Wein können seit Anfang Jahr zu niedrigen Zollsätzen eingeführt werden. Die Schweiz produziert im Durchschnitt 120 Mio. Liter. «Das ist unakzeptabel, denn unsere Weinkeller sind noch mit der Ernte vom letzten Jahr überfüllt», sagt der Genfer Weinbauer Willy Cretegny.

Noch nie sei im Verhältnis zum Verbrauch so viel Schweizer Weisswein vorrätig gewesen. Nach Aussagen der Weinbranche betrugen die Lagerbestände am 1. Juli dieses Jahres 69,6 Mio. Liter, das entspricht 13,4 Konsum-Monaten.

Volle Lager trotz gutem Jahrgang

Die Importpreise sind rückläufig. Das spiegle die schwierige Lage auf dem Weltmarkt wieder und sei auch ein Beweis für das «rücksichtslose Vorgehen gewisser Schweizer Importkreise, welche die seit dem 1. Januar unilateral von der Schweiz eingeführte Globalisierung der Import-Kontingente ausnutzen, um Profite einzuheimsen», steht weiter geschrieben.

Diese unlautere Konkurrenz schade dem Absatz von Schweizer Weissweinen erheblich, beklagen die Schweizer Weinbauern. «So sind die Verkäufe zurückgegangen, und dies obwohl 2000 ein hervorragender Jahrgang ist und genügend Schweizer Weissweine aus allen Regionen vorhanden sind.»

«Avec Couchepin pas de pain demain»

Jetzt verlangen der Schweizerische Weinbauernverband und der Schweizerische Bauernverband vom Bundesrat, dass er Massnahmen an der Grenze ergreift und per sofort den Zugang der ausländischen Weissweine auf den Schweizer Markt bremst. Damit soll die wirtschaftliche Situation der einheimischen Rebbauern verbessert werden.

Volkswirtschafts-Minister Pascal Couchepin hat für die Forderungen kein Musikgehör: Das Kontingent könne von der Schweiz nicht einseitig reduziert werden, erklärt er. Eingriffe des Bundes in den Markt seien gemäss Gesetz nur möglich, wenn es sich nicht um strukturelle Probleme handle. «Doch hier geht es um strukturelle Probleme», sagt Couchepin.

swissinfo und Agenturen

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