Weniger Todesopfer bei Räumungsarbeiten im Wald
Die Aufräumarbeiten nach dem Sturm "Lothar" vom letzten Dezember haben bis jetzt in der Schweiz zwölf Todesopfer gefordert. Dies sind halb so viele wie im selben Zeitraum nachdem Sturm "Viviane" im Jahr 1990.
Elf der zwölf Todesopfer waren private Waldbesitzer oder Freizeitholzer. Nur ein Unfall betraf ein bei der SUVA versicherter Forstbetrieb, sagte Othmar Wettmann, Bereichsleiter Forst beider SUVA auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Unter den 24 Todesopfern nach «Viviane» hingegen befanden sich 14professionelle Waldarbeiter und zehn private Waldbesitzer.
Die meisten «Lothar»-Opfer stammen aus den Kantonen Zürichund Luzern (je vier). Am gefährlichsten erwies sich jeweils das Trennen des Wurzelstocks vom umgekippten Baum. Rund die Hälfte der tödlich Verunglückten starb bei einem solchen Vorgang.
Gefährliche Phase kommt erst
Die Unfallzahlen der beiden Stürme stehen im Gegensatz zur Menge des gefallenen Holzes. «Viviane» fällte 4 Millionen Kubikmeter, «Lothar» hingegen 13 Millionen. Allerdings lag vor zehn Jahren das Sturmholz fast nur in steilen Gebieten. Vom letztjährigen Sturm sei bis jetzt aber vor allem Holz aus flachem Gelände weggeräumt worden. Darum seien die Arbeiten weniger gefährlich gewesen, sagte Wettmann.
Mit dem Beginn der Aufräumarbeiten in steilen Gebieten trete die gefährliche Phase jetzt erst ein. Zudem zeigten die Waldarbeiter nach einem halben Jahr Arbeit und durch die aufkommendeSommerhitze allmählich Ermüdungserscheinungen, was das Risiko zusätzlich erhöhe.
Ein Grund für den Rückgang der Todesfälle sind laut Wettmann aber auch grosse Anstrengungen der Forstbetriebe im Bereich Sicherheit.
swissinfo und Agenturen
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