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Wie hoch sind die Kosten?

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Wie hoch ist das UNO-Budget? Welchen Beitrag leistet die Schweiz jetzt und wie viel ist es mit dem Beitritt? Die Antworten.

Im ordentlichen UNO-Budget, über das die Generalversammlung alle zwei Jahre abstimmt, sind die Sonder-Organisationen nicht eingeschlossen. Der ordentliche Etat dient zur Finanzierung der regelmässigen Programme der Vereinten Nationen (UNO) in Bereichen wie Politik, Entwicklungs-Zusammenarbeit und humanitäre Aktivitäten, Information, Menschenrechte und internationales Recht usw.

Dieses Budget wird hauptsächlich über die Beiträge der Mitgliedsländer finanziert. Diese Beiträge werden nach einer Tabelle in Prozenten berechnet, in der sowohl das Einkommen des Landes pro Einwohner wie die Zahlungskapazität jedes Staates berücksichtigt sind. In der Periode 2000-2001 belief sich das ordentliche Budget der UNO auf 2535 Mio. Dollar (4,230 Mrd. Franken).

Geld für friedenserhaltende Operationen

Zusätzlich müssen die Mitgliedstaaten auch die friedenserhaltenden Operationen finanzieren. Im Jahr 2000 lag dieses Budget, das je nach Einsätzen im Verlauf eines Jahres variieren kann, bei rund 2 Mrd. Dollar.

Allerdings steckt die UNO seit einiger Zeit in finanziellen Nöten. Das geht zum Teil auf Wechselkurs-Schwankungen und anderes Unvorhergesehenes zurück. Aber leider sind einige Staaten sehr undiszipliniert und bezahlen ihre Beiträge an die beiden getrennten Budgets selten zur Zeit und auch selten vollumfänglich.

Die Beiträge der Schweiz

Bisher bezahlte die Schweiz aufgrund ihres Beobachterstatus 30% dessen, was sie als Vollmitglied zahlen müsste. Ihr Gesamtbeitrag wurde auf 1,215% des ordentlichen Budgets festgelegt. Dagegen zahlte sie bisher nichts an die friedenserhaltenen Operationen der Weltorganisation. Insgesamt belief sich der Beitrag der Schweiz heute auf rund 4 Mio. Dollar.

Nach dem Beitritt, als Vollmitglied, muss die Schweiz demnach zusätzlich die restlichen 70% des ordentlichen Beitrags zahlen, ebenso ihren Beitrag an die friedenserhaltenden Operationen. Dadurch wird der Jahresbeitrag von 4 auf etwa 39 Mio. Dollar ansteigen, sie muss also gut 50 Mio. Franken mehr bezahlen (das entspricht rund einem Tausendstel des Bundesbudgets).

Bei einer genauen Betrachtung der Schweizer Beiträge darf nicht vergessen werden, dass Bern jetzt schon jährlich gegen 500 Mio. Franken an die Unterorgane der UNO, die Sonder-Organisationen und die Finanzinstitutionen bezahlt. Damit gehört die Schweiz zu einer der grossen Geldgeberinnen des UNO-Systems.

Im Personalbereich gab es seit der Beitritts-Abstimmung im März konkrete erste Schritte. So wurden acht neue Stellen geschaffen, drei in Bern, drei in New York sowie je einer in Genf und in Wien. Damit wurde rund die Hälfte des Kontingents ausgeschöpft, von dem die Regierung im Vorfeld der Abstimmung gesprochen hatte.

Finanzielle Auswirkungen

Noch ein Wort zu den finanziellen Auswirkungen in den Beziehungen Schweiz-UNO: Bei der Medienkonferenz der Regierung zum Auftakt der Abstimmungskampagne hatte Bundespräsident Kaspar Villiger in Erinnerung gerufen, dass die UNO im Jahr 2000 Aufträge an Schweizer Firmen in der Höhe von 240 Mio. Franken vergeben hatte.

Die Auslagen der in der Schweiz niedergelassenen Unterorganisationen der UNO werden pro Jahr auf etwa 3 Mrd. Franken geschätzt. Darin sind die persönlichen Ausgaben der rund 30’000 Personen noch nicht enthalten, die in der Schweiz für die UNO arbeiten. Der Grossteil dieses Geldes fliesst in die Genfer Wirtschaft.

swissinfo, Bernard Weissbrodt
(Übertragung aus dem Französischen: Charlotte Egger)

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