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«Wie schlimm wird es werden?»

Manhattan's neue Sykline - wie die Börse auf die grosse Lücke reagieren wird, ist ungewiss. Keystone

Vier Handelstage lang war die bedeutendste Börse der Welt, die New York Stock Exchange, nach der Terrorserie in den USA geschlossen. Jetzt blickt die Finanzwelt gebannt nach New York, wo am Montag um 15.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit an den Börsen wieder gehandelt werden soll.

«Wie schlimm wird es werden? Wird es einen grossen Ausverkauf geben?» Das seien die Fragen, die man sich an der Wall Street stelle, sagt Arthur Hogan, Chef-Marktanalyst bei Jefferies & Co. Hogan meint aber auch, er zweifle daran, dass ein wilder Verkauf einsetzen werde – schon allein, weil dies angesichts der Tragödie unangemessen wäre.

Ausserdem wurde vier Tage lang nicht gehandelt und Hogan hält es daher durchaus für möglich, dass die Anleger wegen dieses zeitlichen Abstands weniger emotional begründete Entscheidungen träfen und ruhigere Köpfe die Oberhand gewännen.

Dennoch: «Der Angst-Faktor ist gegenwärtig extrem hoch», sagt Alan Ackerman, Vize-Präsident von Fahnestock & Co. Viele Investoren seien in einer Stimmung, in der sie nur raus wollten aus dem Markt – solange sie könnten. Doch auch er schränkt ein: Dieser Stimmung bei verschiedenen Anlegern stünden professionelle Investoren gegenüber, die wüssten, dass Geduld sich auszahlen kann.

Patriotismus als Markt-Stütze

Gegen rasante Verkäufe könnte nach Ansicht verschiedener Analysten auch sprechen, dass der Nationalstolz in den USA die Märkte stützen könnte. So sagt James Collins, Chef von Insight Capital Research and Management, offenbar gebe es eine Menge Patrioten in Amerika, die entschlossen seien deutlich zu machen, dass Terroristen die Kapitalmärkte nicht zum Erliegen bringen könnten. So kündigten in den USA denn auch einzelne Investoren an, aus Patriotismus Aktien kaufen zu wollen.

SEC erleichtert Regeln für Aktien-Rückkauf

Um den am Montag wieder beginnenden Handel zu beruhigen, hat die amerikanische Börsenaufsicht SEC (The Securities and Exchange Commission) bereits am vergangenen Freitag die Regeln für den Rückkauf eigener Aktien durch Unternehmen erleichtert.

Schon nach dem Börsencrash 1987 hatten viele Firmen Aktien zurückgekauft – für die Investoren häufig ein Signal, dass die Firmen sowohl in das eigene Unternehmen als auch in die Märkte und die Wirtschaft Vertrauen haben.

swissinfo und Agenturen

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