Wird die SAirGroup wieder Swissair heissen?
Um die SAirGroup steht es miserabel: Die Aktionäre haben das Vertrauen verloren und die Medien spekulieren über die Höhe des Milliarden-Verlustes. Auch sollen weitere Kadermitglieder abspringen. Am Montag (02.04.) soll eine langerwartete Bilanz-Medienkonferenz Klarheit schaffen.
Im Januar 2000 lag der Aktienkurs der SairGroup-Aktie bei 355 Franken, im letzten März bei 174 Franken. Kein Wunder sind die Anleger wütend. Eine Schutzvereinigung für SAirGroup-Aktionäre verlangte an der GV vom 25. März eine Sonderprüfung der Jahresrechnung 2000: Sie will wissen, ob sie wegen der riskanten Auslandstrategie zu Schaden gekommen ist. Gegen Finanzchef Georges Schorderet, Philippe Bruggisser und weitere Manager laufen bereits Strafklagen.
Pressekonferenz soll Klarheit schaffen
Die Bilanz-Medienkonferenz vom Montag wird allen Spekulationen über den Verlust der Gruppe ein Ende bereiten: Dieser Verlust soll zwischen 2,5 und 3 Mrd. Franken betragen. Um das Finanzloch zu stopfen, so verschiedene Medien, werde die SAir profitable Unternehmensteile verkaufen. Diese könnten beispielsweise die Hotelkette Swissôtel oder die Bodenabfertigung Swissport sein. Weiter wolle sie aus den Auslandsbeteiligungen aussteigen. Ein Bankenkonsortium wolle mit einem Milliardenpaket zu Hilfe eilen, schreibt die Schweizer Sonntagspresse weiter.
Auch das Kaderkarussell soll sich wieder drehen: Kommunikations-Chefin Beatrice Tschanz werde ihren Rücktritt am Montag bekannt geben, schreibt die Sonntagszeitung. Ebenfalls aussteigen soll Balair-Chefin Catherine Stalker. Nach derselben Quelle soll die SAirGroup wieder zum alten Namen Swissair zurückkehren.
Turbulenzen nicht ausgestanden
Auch nach der Bilanz-Medienkonferenz ist ein Ende der Turbulenzen noch nicht abzusehen. In Fliegerjargon liesse sich sagen: Das Flugzeug verlässt den Feldweg und fliegt nun auf der Landstrasse. Schlaglöcher gibt es noch immer.
Rebecca Vermot und Agenturen
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