Wirtschaft wächst langsamer
Die Schweizer Wirtschaft wächst bis Ende Jahr zwar weiter, verliert aber an Tempo. Das Wachstum wird weiterhin vom robusten Konsum begünstigt. Zu diesem Schluss kommt die Konjunktur-Forschungsstelle (KOF) der ETH.
Aufgrund der Unternehmens-Meldungen vom Juli und August kommt die KOF für die kommenden Monate zum Schluss, dass das Wirtschafts-Wachstum nochmals gebremst wird. «Die Abschwächung ist aber nicht dramatisch, die Wirtschaft bleibt auf dem Wachstumspfad», erklärte KOF/ETH- Leiter Bernd Schips am Freitag (24.08.) an einer Medienkonferenz.
Die KOF sieht keinen Grund für eine Korrektur ihrer Prognose zum Bruttoinlandprodukt (BIP) für das laufende Jahr. «Wir erwarten weiterhin ein Wirtschaftswachtum von rund 2%», hielt Schips fest.
Binnen- gegen Exportmarkt
Vom Nachlassen der Wirtschaftsdynamik seien neben den exportorientierten Unternehmen in abgeschwächter Form auch die binnenorientierten betroffen, erklärten die Zürcher Konjunkturexperten.
Der Unterschied zwischen der Export- und der Binnenkonjunktur habe sich vergrössert: Die Meldungen von Unternehmen, welche über zwei Drittel ihres Umsatzes in der Schweiz abwickeln, seien bezüglich Bestellungen und Produktion positiver als bei den exportorientierten Unternehmen.
In Zukunft weniger gebaut
Im Baugewerbe ist das Urteil über die Geschäftslage positiv ausgefallen. Jedoch hat sich laut Umfrage die Bautätigkeit wie schon im ersten Quartal weniger stark entwickelt als in den Vorquartalen.
Die Zunahme im Vorjahresvergleich sei nur geringfügig, die Reichweite des Auftragbestandes habe sich leicht auf 4,1 Monate erhöht. Für die Zukunft wird allerdings eine schlechtere Auftragslage erwartet.
Konsum stark
Im Dienstleistungssektor und im Detailhandel hat sich die Geschäfts-Entwicklung abgeschwächt, wird von den Branchen aber weiterhin als positiv beurteilt. Auch für die Konsumkredite werde die Geschäftslage insgesamt als unverändert gut beurteilt.
Die Bankenbranche spricht für das vergangene zweite Quartal von einer im Vergleich zum Vorquartal weniger günstigen Geschäftslage. In den nächsten drei Monaten rechnen die Banken einzig bei ausländischen Kunden mit einem Zuwachs. Die Bruttogewinne bleiben voraussichtlich unter Druck.
swissinfo und Agenturen
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