Zürich ist führender Handelsplatz für Palladium
Zürich ist noch vor London weltweit der führende Handelsplatz für Palladium. Den Grundstein hatten der Schweizerische Bankverein (SBV), die Schweizerische Bankgesellschaft (SBG) und Schweizerische Kreditanstalt (SKA) als stärkste Markteilnehmer gelegt, wie Werner Leuthard, Leiter für Edelmetallhandel bei der Credit Suisse First Boston (CSFB), sagte.
In der Schweiz gibt es zur Zeit nach Angaben der Edelmetall-Kontrolle der Eidgenössischen Oberzolldirektion 273 Firmen und Banken mit einer Handelslizenz für Edelmetalle.
Eigentliche so genannte «Marketmakers» gibt es aber nur noch zwei. Die UBS Warburg und die CSFB konkurrenzieren sich auf dem zunehmend schwieriger werdenden Markt mit dem Palladiumhandel. Im Jahr 2000 belief sich in der Schweiz der Handelsumsatz mit Palladium gemäss Aussenhandelsstatistik auf über 6,7 Mrd. Franken. Der diesjährige Handelsumsatz beläuft sich nach dem ersten Semester bereits auf 5,25 Mrd. Franken.
Pro Jahr würden weltweit etwa 250 Tonnen Palladium produziert, sagte Leuthard. Russland allein ist daran je nach Schätzung zu zwei Dritteln bis zu drei Vierteln beteiligt. Die Investoren hätten sich wegen der Unberechenbarkeit der russischen Exportpolitik weitgehend aus dem Geschäft zurückgezogen, sagte Leuthard.
Heute läuft der Markt vermehrt direkt über Händler und die Abnehmer aus der Industrie. In der Schweiz wird das Metall zwar kaum verarbeitet, doch sind die beiden Grossbanken eng mit zwei Schweizer Unternehmen im Bereich der Edelmetall-Metallurgie verbandelt. Für die UBS Warburg ist die Metalor mit Sitz in Neuenburg, für die CSFB ist es die Valcambi SA in Balerna (TI).
swissinfo und Agenturen
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