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FNAC überspringt den Röstigraben

Die FNAC stösst langsam auch in die deutsche Schweiz vor.

(Keystone)

Multimedia, Musik, Filme und Bücher – in Französisch und nun auch in Deutsch. Nach Genf und Lausanne kommt die französische Buch- und Multimedia-Kette FNAC nach Freiburg. Zürich, Basel, Bern und später vielleicht auch Lugano sollen folgen.

Mit Freiburg stösst die FNAC in der Schweiz zur Sprachgrenze vor.

FNAC, die Abkürzung für "Fédération nationale d'achat des cadres", ist eine französische Erfolgsgeschichte. Das Unternehmen gehört zu den führenden Anbietern von Büchern, Musik, Filmen und Unterhaltungs-Elektronik. Heute ist die FNAC in acht Ländern präsent und beschäftigt rund 17'000 Personen.

Als die Kette, eine Tochter der Pinault-Printemps-Redoute-Gruppe, im Jahr 2000 ihren Fuss erstmals in die Schweiz setzte, löste das sogleich Konkurrenz-Ängste unter den betroffenen Anbietern aus. Die FNAC ist bekannt für ihre aggressive Preispolitik.

Filiale auf der Sprachgrenze



Nach zwei Geschäften in Genf und einem in Lausanne eröffnete die FNAC nun am Donnerstag ihre vierte Filiale in der Schweiz. Und stösst damit an die Sprachgrenze vor.

Die Filiale wurde im neuen Einkaufszentrum "Fribourg Centre" an bester Lage gegenüber dem Bahnhof untergebracht. Auf einer Fläche von 1600 Quadratmetern finden sich neben Hunderten von Artikeln aus der Unterhaltungs-Elektronik 5000 Bücher in Deutsch im Angebot.

Rund 30% des Angebots der Buchhandlung sind in deutscher Sprache. Damit macht die FNAC nichts anderes als einen ersten Schritt in Richtung des deutschsprachigen Marktes.

Ziel: 12 Filialen bis ins Jahr 2008



Bis ins Jahr 2005 will die FNAC auch in Zürich einen Laden haben, ein Jahr darauf soll es in Basel soweit sein, für Bern visiert die FNAC 2007 an. Bis ins Jahr 2008 will die Kette in der Schweiz mit 12 Filialen präsent sein.

"Neben Basel, Bern und Zürich könnte etwa auch Neuenburg für die FNAC von Interesse sein, falls die Filiale in Freiburg gut läuft", sagt Michel Jamry, der Direktor der Freiburger Filiale gegenüber swissinfo. "Lugano ist hingegen erst ein längerfristiges Ziel. Denn es kommt ja auch eine weitere Sprache dazu."

Freiburg sei für die FNAC von doppeltem Interesse, sagt Jamry weiter. Es gehe nicht nur um einen ersten Schritt in Richtung Deutschschweizer Markt, sondern auch um Erfahrungen mit dem FNAC-Konzept in einer mittelgrossen Stadt. Dies werde für die FNAC von grossem Interesse sein.

"Dass wir uns auf den Sprung nach Zürich, Bern und Basel vorbereiten, hängt mit dem guten Geschäftsgang der Filialen in Genf und Lausanne zusammen. Dort haben wir bewiesen, dass die Marktanalyse stimmte und unser Konzept funktioniert."

Testmarkt – oder doch nicht?

Nun soll dieses Konzept also auch am deutschsprachigen Publikum getestet werden, auch wenn Jamry dies nicht ganz so sieht. Die Filiale in Freiburg sei keine Testanlage, sondern ein Geschäft in einem speziellen Markt mit einem Anteil von rund 30% Deutsch sprechender Kundschaft.

Die FNAC betrachte die Schweiz als einen eigenen Markt. "Der Markt in Deutschland hingegen ist zur Zeit für uns kein Thema. Französische Unternehmen haben in Deutschland einfach keinen Erfolg", so Jamry weiter.

In der Tat machte die FNAC selber entsprechende Erfahrungen. Der Versuch, in Berlin Fuss zu fassen, war 1994 gescheitert. Bei der FNAC spricht man in dem Zusammenhang heute schlicht von einem Desaster.

Die Konkurrenz

Die bisherigen Hauptkonkurrenten der FNAC in der Schweiz sind nach deren Angaben die Media-Markt-Gruppe und die Hachette-Gruppe (Librairies Payot). Mit der Filiale in Freiburg entwickelt sich die französische Kette nun auch zur Konkurrenz für den Deutschschweizer Martkführer Orell-Füssli und Firmen wie Jaeggi oder Stauffacher vor.

Schon vor einem Jahr, als die Expansionspläne der FNAC für die Deutschschweiz bekannt wurden, hatte man zum Beispiel bei Orell-Füssli mit Gelassenheit reagiert. Man verfolge die Entwicklung aufmerksam, richte aber die eigene Strategie nicht in erster Linie auf die Konkurrenz aus.

swissinfo und Agenturen

Fakten

In der Schweiz macht die FNAC 60% des Umsatzes mit dem Verkauf von Unterhaltungs-Elektronik.
Im Jahr 2002 lag der weltweite Umsatz der FNAC bei 3,54 Mrd. Euro.
Die FNAC ist eine Tochter der Gruppe Pinault-Printemps-Redoute (PPR). Zur PPR gehört unter anderem auch die Gucci Gruppe.
Die in 65 Ländern tätige PPR beschäftigt weltweit rund 108'000 Personen.
2002 lag der PPR-Umsatz bei 27,4 Mrd. Euro.

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