Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Sind Sie stolz, den Schweizer Pass zu besitzen? Heute gibt es gute Gründe dafür: eine humanitäre Luftbrücke für krebskranke Kinder und ein Corona-Check sorgen für einen Imagegewinn der Schweiz.
Herzliche Grüsse aus der Schweiz
Heute fliegen fünf krebskranke Kinder von Moskau in die Schweiz. Eine Behandlung an der Universitätsklinik Lausanne soll verhindern, dass die Kinder erblinden. Organisiert hat den Sonderflug mit einem Privatjet der Schweizer Botschafter in Russland.
Für die Kosten kommt ein privater Sponsor auf. Die kleinen Kinder leiden an einem seltenen Augenkrebs, der in Russland nur schlecht behandelt werden kann. Um ihnen das Leben zu retten, müssten ihnen in ihrem Heimatland die Augen amputiert werden.
Das Universitätsspital Lausanne hat eine Therapie entwickelt, die es erlaubt, die Augen zu retten, erklärte Yves Rossier, der Schweizer Botschafter in Moskau, gegenüber dem Korrespondenten von Schweizer Radio SRF.
Um den Kindern diese Therapie zu ermöglichen, machte sich Rossier auf die Suche nach Personen, die entweder ein Flugzeug haben oder Geld und in beiden Fällen viel Herz. Gefunden hat er den komplettesten Skifahrer aller Zeiten.
- Welcher prominente Skistar hinter der humanitären Luftbrücke steckt, hören Sie im SRF-RadioberichtExterner Link.
- Um sich in der globalen Krise solidarisch zu zeigen, will der Bundesrat internationale Aktionen mit 400 Millionen Franken unterstützen. Hier geht’s zur MedienmitteilungExterner Link.
Halsschmerzen, Husten, Fieber? Bin ich infiziert? Soll ich mich auf das Coronavirus testen lassen? Ein Schweizer Online-Formular kann weiterhelfen. Es erlaubt, das Risiko abzuschätzen, an der Covid-19-Krankheit zu leiden.
Nach der Beantwortung der Fragen wird klar, ob ein Test angezeigt ist oder nicht. Der Check, der bisher bereits mehr als 1,7 Millionen Mal angeklickt wurde, war von Uni Santé, dem Universitätszentrum für Allgemeinmedizin und öffentliche Gesundheit in Lausanne, entwickelt worden.
Dass der Fragebogen nicht nur im Inland, sondern auch in Ländern wie Grossbritannien, Frankreich oder den USA genutzt wird, erklärt sich eine Spezialistin für Tropenmedizin damit, dass sich die Menschen in diesen Ländern anderswo Hilfe suchten.
In manchen Ländern gebe es keine offiziellen Empfehlungen, was in Verdachtsfällen zu tun sei, erzählte sie gegenüber Schweizer Radio SRF. Die meisten Aufrufe stammten von Privatpersonen, aber rund 20% von medizinischen Fachpersonen.
- Die Lausanner Mediziner konnten den Corona-Check dank langjährigen Erfahrungen in südlichen Ländern aufbauen. Mehr dazu erfahren Sie bei Radio SRFExterner Link.
- HierExterner Link geht es zum Corona-Check von Unisanté.
- Ein Forscherteam der Universität Bern hofft, als erstes einen Impfstoff gegen die Lungenkrankheit Covid-19 herzustellen. Mehr dazu erfahren Sie im swissinfo.ch-Bericht.
- Universitätsspitäler in Genf gehörten zu den ersten, die einen Test entwickelten, mit dem ansteckende Personen rasch identifiziert werden konnten. Lesen Sie dazu den Artikel meines Kollegen Luigi Jorio.
Mehr
Geld von der Arbeitslosenversicherung für Kurzarbeit beziehen und trotzdem Dividenden ausschütten. Was zahlreiche Firmen während der Corona-Krise praktizieren, wollte eine Motion verhindern. Die kleine Parlamentskammer versenkte den Vorstoss.
Sechs Milliarden Franken stellte der Bund der Arbeitslosenversicherung für Kurzarbeits-Entschädigung zur Verfügung. 1,91 Millionen Menschen in 185’000 Betrieben waren hierzulande Anfang Mai für Kurzarbeit angemeldet.
Dass Betriebe trotz Kurzarbeit Dividenden ausschütten, sorgt nicht nur in linken Kreisen für Empörung. «Die staatliche Unterstützung für die Lohnzahlung darf nicht dazu dienen, private Gewinne abzusichern», begründete Nationalrätin Mattea Meyer von der Sozialdemokratischen Partei ihren politischen Vorstoss.
Wirtschaftsminister Guy Parmelin warnte in beiden Kammern vor der Annahme der Motion. Ein Verbot der Ausschüttung von Dividenden für Firmen, die in der Coronakrise Kurzarbeits-Entschädigung beziehen, würde sich nicht nur negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen auswirken. Eine Annahme der Motion hätte «verheerende Folgen für den Arbeitsmarkt«.
Die grosse Parlamentskammer hatte die Motion am Dienstag knapp angenommen. Weil sie heute von der kleinen Kammer abgelehnt wurde, ist sie vom Tisch.
- Wie der Ständerat das Dividendenverbot kippte, berichtet der Blick.chExterner Link.
- Ob der Mediengigant TXGroup, die Titlis-Bergbahnen oder das Industrieunternehmen Georg Fischer: Trotz Kurzarbeit haben Unternehmen während der Coronakrise Gewinne an die Aktionäre ausgeschüttet, berichtet Watson.chExterner Link.
Falls Sie normalerweise auf dem Luftweg in die Schweiz zu Besuch kommen, dürften Sie sich über diese Nachricht freuen: Das Parlament winkt 1,9 Milliarden Franken für die Luftfahrtbranche durch.
Begründet wird die finanzielle Staatskrücke damit, dass die Swiss und andere Airlines eine für die Schweizer Wirtschaft lebenswichtige Verkehrsinfrastruktur bereitstellten.
«Die Luftfahrtindustrie erarbeitet etwa fünf Prozent des Bruttoinlandprodukts, also ähnlich viel wie der ganze Bankensektor«, sagte Finanzminister Ueli Maurer während der Debatte im Nationalrat.
Dass die Steuerzahler den Airlines, die sich mit ihrem Preiskampf selbst das Grab geschaufelt hätten, bei dieser Krise unter die Arme griffen, sei «ganz grundsätzlich falsch«, widersprach der unabhängige Ständerat Thomas Minder.
- Den Hintergrundbericht meines Kollegen Armando Mombelli zur Debatte über die Milliarden für die Luftfahrt finden Sie bei swissinfo.ch.
- Aktivisten, die vor der Parlamentssession demonstrierten, wurden von der Polizei vertrieben, berichtet 20MinutenExterner Link.
- «Das Klima muss warten, und das ist richtig so», kommentiert der Tages-AnzeigerExterner Link.
- Der Ryanair-Chef rechne mit Dumpingpreisen bei Swiss und Co., berichtet Watson.chExterner Link.
- Wie er das Corona-bedingte Grounding erlebt, erzählt ein Swiss-Kapitän der Zürichsee-ZeitungExterner Link. (Paywall)
Mehr
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards