Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Heute gehen zwei für mich wichtige Personen in Pension: "Mr. Corona" Daniel Koch und Peter Siegenthaler, mein Kollege bei swissinfo.ch. Letzterer gab gestern ein Interview. Heute ist Koch dran.
Liebe Grüsse
Der Corona-Krisenmanager des Bundes, Daniel Koch, geht mit etwas Verspätung nun definitiv in Pension. Schweizer Medien nehmen gebührend Abschied von «Mr. Corona».
Eigentlich wäre der frühere Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten seit Mitte April pensioniert. Doch wegen der Corona-Krise verlängerte er sein Engagement für das Bundesamt für Gesundheit in der Funktion als Delegierter für Covid-19.
Innert Wochen wurde Daniel Koch vom Unbekannten zu einem Star: Jeder in der Schweiz kennt ihn von den regelmässigen Pressekonferenzen des Bundes. Besonders in der Deutschschweiz kam seine nüchterne und ruhige Art gut an. In der Westschweiz und im Tessin hingegen, wo härtere Massnahmen gefordert wurden, musste Koch Kritik einstecken.
Die Deutschschweizer Medien sagen «Tschüss Mr. Coronavirus» und widmen Koch zahlreiche Videos, Interviews, Porträts und Artikel.
- Die Beiträge von SRFExterner Link, BlickExterner Link, WatsonExterner Link, NauExterner Link.
- Auch der Tages-AnzeigerExterner Link berichtet (Paywall).
- NauExterner Link stellt zudem den neuen «Mr. Corona» vor.
- Das Abschiedsinterview von Daniel Koch im BlickExterner Link.
- Unser Porträt von Daniel Koch.
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Erinnern Sie sich an die Opernhaus-Krawalle in Zürich? Ich war damals noch nicht geboren, aber meine Eltern erzählten häufig von den Ereignissen wenige hundert Meter von unserer Wohnung entfernt. Wie verändert so eine Revolte die Stadt? Das fragte mein Kollege David Eugster den Stadtforscher Christian Schmid.
In den 1970er-Jahren unterdrückte die Stadt Zürich Jugendkultur und alternative Räume. Trotz Volksentscheid war die «Rote Fabrik» noch immer nicht zum Zentrum für alternative Kultur geworden, stattdessen sollte das Opernhaus renoviert werden und seine Kulissen in der Roten Fabrik lagern dürfen.
Das brachte das Fass zum Überlaufen: Gegen diese Pläne versammelten sich am 30. Mai 1980 hunderte Protestierende vor dem Opernhaus. Plötzlich stürmte die Polizei in Kampfmontur aus dem Opernhaus, und die Situation eskalierte.
Es kam zur grössten Strassenschlacht seit dem «Globuskrawall» von 1968. Damit begannen zwei unruhige Jahre in Zürich, die noch das ganze Jahrzehnt prägen sollten. Wie genau, erfahren Sie im Interview.
- Das ganze Interview lesen Sie hier.
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Die wirtschaftliche Krise infolge der Corona-Pandemie ist noch lange nicht ausgestanden. Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse hat ein 8-Punkte-Programm für den Weg zurück auf die Erfolgsspur präsentiert. Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer sagt im Interview mit dem Tages-Anzeiger: «Eine gewaltige Konkurswelle kommt auf die Schweiz zu.»
Das Virus und die wirtschaftlichen Folgen würden uns noch lange begleiten, so Karrer. Die Wirtschaftskrise stehe erst am Anfang. «Schauen Sie sich die Zahlen an: Gegen 40 Prozent der Arbeitnehmer sind in Kurzarbeit. Der Bund wird sich stark verschulden. Und auf die Schweiz kommt eine gewaltige Konkurswelle und eine Arbeitslosigkeit zu, wie wir sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen haben.»
Mit einer klugen Wirtschaftspolitik könne die Schweiz stark beeinflussen, wie schwer die Krise werde. Die Corona-Schulden sollten laut Karrer aus dem normalen Bundeshaushalt ausgegliedert und über 30 Jahre abgebaut werden.
«Es gibt viele Experten, die voraussagen, dass die Schweiz mit am besten durch diese Krise kommen wird«, sagte Karrer. «Ich hoffe, sie haben recht.»
- Das 8-Punkte-ProgrammExterner Link von Economiesuisse
- Das Interview im Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall).
Zu Beginn der Coronavirus-Krise zeigten sich viele Internetnutzer solidarisch. Jetzt nehmen Beleidigungen und Hasskommentare wieder zu, wie eine Untersuchung von Sotomo zeigt.
Die Forschungsstelle Sotomo hat knapp eine Million Onlinekommentare während der Corona-Krise analysiert. Das Resultat: Zu Beginn machten sich Internet-User Sorgen vor allem um die Gesundheit, später kamen solche um die Wirtschaft dazu.
Was ebenfalls auffällt: Zu Beginn der Corona-Krise herrschte auf dem Netz grosse Solidarität. Spitalpersonal, Wissenschaftler und der Bundesrat wurden gelobt. Als die Krise überstanden schien und die Massnahmen gelockert wurden, nahmen Beleidigungen und Hasskommentare jedoch wieder zu.
Laut einem Bericht von SRF hat Alliance F, ein Verein zur Interessenvertretung der Frauen in der Schweizer Politik, im Rahmen des Projekts «Stop Hate Speech» eine App entwickelt. Mit einer Swipe-Funktion wird ein Algorithmus trainiert. Wenn Hasskommentare von mehreren Testerinnen und Testern erkannt werden, lernt der Bot Dog «Hate Speech» richtig zu erschnüffeln.
- Die Untersuchung von SotomoExterner Link.
- Die NZZExterner Link berichtete darüber (Paywall).
- Der Beitrag von SRFExterner Link über die App.
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