Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Die Corona-Zahlen ziehen wieder an. Und Hunderte junger Menschen vergnügten sich in Zürich und Bern an Partys – ohne Schutz. Kommt jetzt die Maskenpflicht?
Liebe Grüsse
Es steigen wieder Partys. Von Schutzmassnahmen keine Spur. Bezahlen wir es mit dem Maskenzwang?
Es geschah schon am vorigen Wochenende: In einem Zürcher Nachtklub steckte eine infizierte Person fünf Gäste mit dem Coronavirus an. Aber weil viele der rund 300 Gäste falsche Kontaktdaten hinterliessen, sind Tracing und Quarantäne kaum möglich.
In Bern feierten in der Samstagnacht mehrere hundert Raver eine Technoparty. Es hagelte mehr als hundert Lärmklagen.
Unabhängig von diesen Demonstrationen der Sorglosigkeit fordert Matthias Egger, der Leiter der wissenschaftlichen Corona-Task-Force der Schweizer Regierung, die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Dies zur Abmilderung der zweiten Welle, die bereits anrollt.
Aktuell infiziert eine Corona-positive Person drei weitere Menschen mit dem Virus. Ein «Alarmzeichen», warnt Egger.
- SRF News über den so genannten Superspreader von ZürichExterner Link.
- Berner Technoparty ohne SchutzkonzeptExterner Link – Bericht im Bund.
- Montags-Krisengipfel von Bundesrat Alain Berset mit den Gesundheitsdirektoren der KantoneExterner Link (Blick)
Coronakrise und Covid-19-Pandemie machen die Schweiz zum Auswanderungsland.
Das Coronavirus schaffte, was kaum jemand für möglich hielt: Zum Schutz machten a) die Länder die Grenzen dicht und b) rutschten die Wirtschaften überall in eine Rezession.
Was dies in Zahlen bedeutet, zeigt der neue Bericht des Bundes zur Personenfreizügigkeit mit der EU: Von März bis Mai, also in Zeiten des weitgehenden Lockdowns, verliessen mehr Menschen aus der EU die Schweiz als einreisten. Auf Beamtendeutsch: Der Wanderungssaldo belief sich auf knapp minus 2000 Personen.
Laut Bericht hat die Personenfreizügigkeit auch nicht zu einer Chanceneinbusse der Schweizer Arbeitskräfte auf dem heimischen Markt geführt.
Im September stimmt das Schweizer Volk über die Kündigung des freien Personenverkehrs mit der EU ab.
- Der ArtikelExterner Link in der NZZ (Paywall)
- Unser Fokus zum angespannten Verhältnis Schweiz-EU.
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Also doch: Schweizer waren bei den Kolonialkriegen mittendrin statt nur dabei.
Es waren arme Bauernsöhne. Viele ohne Aussicht auf einen eigenen Hof mit eigenem Land.
Da lockten die Abenteuer in fremden Ländern. Zehntausende brachen auf, um als Söldner in Kolonialarmeen zu dienen. Sie waren auch bei Gräueltaten und Massakern gegen die Zivilbevölkerung dabei.
Etwa in Indonesien, wo bis zum Ersten Weltkrieg rund 8000 Schweizer in der niederländischen Kolonialarmee kämpften. Gar bis 40’000 Schweizer gingen in die Fremdenlegion, die in Afrika und Vietnam operierte.
Statt der Abenteuer warteten Krankheit, Hitze und Brutalität. Der Traum, der heimatlichen Armut zu entfliehen, wurde für viele zum Trauma, das sie ihr Leben lang nie mehr loswurden.
- Der Artikel unseres Kollegen Anand Chandrasekhar.
- Rassismus in der Schweiz: Perspektive einer «Expat» aus den USA.
QAnon: Der Begriff sagt den wenigsten etwas. Doch die Schweiz muss ihn kennen.
QAnon ist auch so etwas wie ein Code. Zum Eintritt in die Welt einer ultrarechten Verschwörungsbewegung.
Ihre Sicht der Welt ist pathologisch: eine satanistische Machtelite regiert die Welt. Unter der Erdoberfläche missbrauchten Hillary Clinton & Co. Kinder und tränken deren Blut.
Nur Donald Trump kann diesem Treiben ein Ende bereiten.
Aktiv sind die Anhänger dieses Wahnsinns-Kultes vor allem im Internet. Wie Fabian Eberhard, der Schweizer Journalist des Jahres 2018, nun herausfand, wird die grösste Q-Plattform in deutscher Sprache von der Schweiz aus betrieben. Sie heisst «Qlobal-Change» umfasst einen YouTube-Kanal mit 95’000 Abonnenten und einen Chat mit 115’000 Mitgliedern.
In den USA haben QAnon-Fanatiker schon mehrere Morde verübt. Auch der Täter von Hanau in Deutschland rechtfertigte seinen Zehnfach-Mord mit pädophilen Eliten. Noch nicht klar ist, für wie gefährlich der Schweizer Nachrichtendienst das neue Phänomen hält.
- Die RechercheExterner Link von Investigativjournalist Fabian Eberhard im Blick.
- Schweizer Corona-Proteste: Verschwörungstheorien vs. politische Rechte – Beitrag meines Kollegen Domhnall O’Sullivan.
- Antisemitische Verschwörungstheorien auf dem Vormarsch – Beitrag von Kollegin Sibilla Bondolfi.
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