Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Das Wochenende soll ausgesprochen sommerlich werden – darauf freuen wir uns! Vor dem Feierabend liefern wir Ihnen aber wie immer noch unseren Newsletter: Heute wieder einmal mit einem ordentlichen Themenmix. Machen Sie's gut 😊
Herzliche Grüsse aus Bern
Die SwissCovid-App: Vorzeigemodell oder Hassobjekt?
Die Schweiz hat eine eigene App zur Kontaktverfolgung: Die ETH und die EPFL haben im Auftrag des Bundes SwissCovid entwickelt. Diese ist in Hinsicht des Datenschutzes state-of-the-art.
Dennoch haben viele Leute Bedenken, die App herunterzuladen – weil sie Angst vor Überwachung haben, oder weil sie denken, dass ihre Daten verteilt werden. Dass Bundesrat Ueli Maurer öffentlich sagte, die App nicht zu haben, half auch nicht besonders.
Wir haben mit der Politologin und Journalistin Adrienne Fichter darüber gesprochen. Für sie ist klar: Jede andere gängige App macht in Sachen Datenschutz eine viel schlechtere Figur.
- Lesen Sie hier das Interview meiner Kollegin Melanie Eichenberger mit Adrienne Fichter.
- Über die SwissCovid-App haben wir schon früher geschrieben.
- Und hier finden Sie aktuelle Informationen zur Corona-Situation in der Schweiz.
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Verschwörungstheorien haben Auftrieb – nicht zuletzt wegen Corona. Auch Prominente fallen mit solchen Äusserungen auf.
Nicolas Müller fiel wegen seinem Talent auf: Der Snowboarder gehörte zu den besten der Welt, verdiente lange als Spitzensportler viel Geld und hatte grosse Sponsoren.
Letzten Frühling verlor er jedoch nicht nur einige seiner Sponsoren, sondern wohl auch zahlreiche Fans: In Beiträgen auf sozialen Medien verbreitete Müller Verschwörungstheorien zu Bill Gates, George Soros, den Freimaurern und Corona – beliebte Sujets in der Szene.
Wie kommen Leute dazu, überall dunkle Machenschaften zu sehen? VermeintlicheZusammenhänge zu entdecken, die keinem anderen auffallen? Die Wochenzeitung hat in einem aufschlussreichen Beitrag die Geschichte von Nicolas Müller nachgezeichnet.
- Lesen Sie hierExterner Link den Artikel in der WOZ.
- Was eine transparente politische Kommunikation ausmachen kann, können Sie hier nachlesen.
- Auch in der Schweiz gibt es immer wieder Proteste, die von Verschwörungstheoretikerinnen und -theoretikern dominiert wurden.
Für Kritik an andere Staaten ist der Bundesrat nicht bekannt. In einem vielbeachteten Interview hat Ignazio Cassis unerwartet China kritisiert.
Das hat so kaum jemand erwartet: Bundesrat Cassis hat letzten Sonntag in einem Interview deutliche Kritik an China geäussert, die Menschenrechtsverletzungen würden zunehmen. Dazu gab es sogar Applaus aus linker Seite.
In China ist man verärgert, und im Volkswirtschaftsdepartement von Bundesrat Guy Parmelin irritiert. Das Freihandelsabkommen, das seit 2014 in Kraft ist und als mustergültig gilt, wurde zwar mit einem Menschrechtsdialog verknüpft – dieser wurde allerdings in den letzten zwei Jahren nicht mehr aktiviert.
Professor Ralph WeberExterner Link vom Europainstitut in Basel hat in einem Gespräch mit SRF 1 die Aussagen eingeordnet: Die autoritären Tendenzen unter Xi Jinping nähmen seit einer Dekade zu. Die Schweiz müsse sich deshalb in den Beziehungen zum Land in Fernost neu ausrichten.
- Hören Sie hierExterner Link das Gespräch auf SRF 1.
- Lesen Sie hierExterner Link das Interview von Bundesrat Cassis im SonntagsBlick.
Der Regisseur Werner Düggelin ist gestorben. Die prägende Figur wurde 90 Jahre alt.
Theater ist immer ein Spiegel der Gesellschaft – und jedes Spiegelbild beeinflusst den Betrachter.
Als Werner Düggelin 1968 Theaterdirektor in Basel wurde, war es die Zeit der Umbrüche und Aufbrüche. Es war nur logisch, dass sich diese auch auf der Bühne abspielten. Das wiederum veränderte die Stadt, und es beeinflusste das ganze Land.
«Dügg» inszenierte intelligent, provokant, animierend. Er wusste: «Wir hatten es viel leichter als die, die heute ein Theater leiten.» Dennoch: Es braucht manchmal den richtigen Menschen an der richtigen Stelle.
- Lesen Sie hierExterner Link den Nachruf auf SRF News.
- Ein älteres Video-Interview über seine Anfänge 1968 in Basel finden Sie hierExterner Link.
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