The Swiss voice in the world since 1935
Top Stories
Schweizer Demokratie
Newsletter
Top Stories
Schweiz verbunden
Podcast
Nationalrat tagt mit Covid-Schutzmassnahmen.

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer

Eine Arbeitslosenrate von über 20 Prozent hätte der Schweiz geblüht ohne das Instrument der Kurzarbeit. Nun sieht es zum Glück besser aus. Andere Länder in Europa stehen aber noch besser da.

Herzliche Grüsse aus Bern

Mischa Stünzi

Nationalrat tagt mit Covid-Schutzmassnahmen.
Keystone / Alessandro Della Valle

Die grosse Parlamentskammer berät das dringliche Covid-19-Gesetz, das die Fortführung der Corona-Massnahmen sichern soll.

Wer der Schweiz vorwirft, sie werde wegen der Pandemie zur Corona-Diktatur, dem sei derzeit ein Blick ins Parlament empfohlen. Dort debattierte am Mittwoch der Nationalrat engagiert und kontrovers das neue Covid-19-Gesetz, das den Handlungsspielraum des Bundesrats regelt. Etwas also, dass in Diktaturen höchst selten vorkommt.

Das Gesetz sieht keine Generalvollmacht für die Landesregierung vor. Im Gegenteil: Mit dem Gesetz nehme das Parlament das Heft wieder in die Hand, sagte die Grüne Manuela Weichelt-Picard (ZH). Gleichzeitig bestehe aber seitens der Bevölkerung ein grosses Bedürfnis nach einer koordinierten Linie auf nationaler Ebene, ergänzte Melanie Mettler (BE) von der Grünliberalen Partei (GLP).

Der Nationalrat will die Macht des Bundesrats aber weiter beschränken als dieser es vorsieht.

RAV im Tessin.
© Keystone / Christian Beutler

Ohne Kurzarbeit wäre die Arbeitslosigkeit in der Schweiz auf über 20 Prozent gestiegen.

Es gehört zum Schweizer Selbstverständnis, dass wir das Gefühl haben, die Eidgenossenschaft sei innerhalb von Europa eine Insel wirtschaftlicher Prosperität. Und in Sachen Arbeitslosigkeit erreiche unser Land unvergleichlich tiefe Werte.

Tatsächlich hat die Corona-Krise in der Schweiz bisher zwar zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt, aber nicht zu einer Explosion. Kurzarbeit sei Dank. Ohne dieses Instrument, so schätzt das Staatssekretariat für Wirtschaft, wäre die Arbeitslosenrate im April auf über 20 Prozent hochgeschnellt.

Doch für einen Spitzenplatz in Europa reicht es dennoch nicht. Zieht man die vergleichbaren Zahlen zu Rate, liegt die Schweiz auf einmal nur noch im Mittelfeld.

Bundesrichter Yves Donzallaz
© Keystone / Gaetan Bally

Das gab es in der Schweiz noch nie: Die grösste Partei des Landes schiesst ihren eigenen Bundesrichter ab.

Bundesrichter Yves Donzallaz ist bei seiner Partei, der Schweizerischen Volkspartei (SVP) in Ungnade gefallen. Die Partei rät ihrem Richter zum Austritt und droht: ansonsten sei er zur Abwahl empfohlen. Zu sehr hätten sich die Wertvorstellungen von Donzallaz und jene der Partei voneinander entfernt.

Es ist ein heikler Entscheid, der von manchem Beobachter als Angriff auf die Unabhängigkeit der Justiz taxiert wird. Gleichzeitig stellt der Vorgang aber auch das Wahlsystem der Richter generell infrage. Diese Woche warnte Marianne Ryter, die Präsidentin des Bundesverwaltungsgerichts, davor, dass Wiederwahlen von Richtergremien genutzt werden könnten, um politisch Einfluss zu nehmen auf die Justiz.

Immerhin kann sich Donzallaz damit trösten, dass er nicht um seine Wiederwahl bangen muss. Die Unterstützung der anderen Parteien dürfte ihm sicher sein.

Puppen in Gläsern. Eine Protestaktion gegen Gentech.
Keystone / Roberto Pfeil

Beim Essay-Wettbewerb der Tageszeitung «Der Bund» werden seit 14 Jahren drängende Fragen der Gegenwart beantwortet.

«Schmecken Ihnen die Früchte der Arbeit?» Mit dieser Frage hat es 2006 angefangen. Seitdem hat sich der Schreibwettbewerb von einer lokalen Veranstaltung zum schweizweit beachteten Anlass gemausert – immer am Puls der Zeit und immer mit dem Finger dort, wo es weh tut.

Die Themenvielfalt reichte in den letzten Jahren von Migration über Drogen bis zur Gentechnik, die bei der aktuellen Ausgabe im Zentrum stand.

Auf das Podest hat es gestern auch mein Kollege Giannis Mavris geschafft. Ich gratuliere.

Meistgelesen
Fünfte Schweiz

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft