Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Ende gut, alles gut nach der Übernahme der Credit Suisse durch die UBS? Nein. Denn die Schweiz sitzt nun auf einer Monsterbank. Die ein Monsterrisiko darstellt. Das so nicht mehr zu managen ist. Also was tun?
Beste Grüsse
«Die Schweiz ist zu klein für solche Riesenbanken. Wir müssen einen Weg finden, das Risiko zu minimieren.»
Das sagt der Co-Präsident der Sozialdemokratischen Partei, Cédric Wermuth. Mit seiner Meinung ist der Nationalrat nicht allein.
Klaus Wellershoff, Gründer der gleichnamigen Finanzberatungsfirma und früherer Chefökonom der UBS, sagt: «Ich finde es merkwürdig, dass die Verantwortlichen für die Fusion nicht wussten, dass diese Lösung in der Schweiz politisch inakzeptabel ist.»
Der Zürcher Finanzprofessor Marc Chesney stellt die rhetorische Frage: «Was wird das nächste Mal passieren, wenn die UBS wie 2008 in einer schwierigen Lage ist? Wer wird die UBS kaufen? Eine Kantonalbank? Wohin genau gehen wir?»
- Ist eine UBS-Monsterbank zu gefährlich für die Schweiz? Hintergrund von SWI-Finanzspezialist Matthew Allen.
- Ein Déjà-vu – oder doch nicht? Was bei der UBS-Rettung 2008 anders war als im Fall der Credit SuisseExterner Link – NZZ (Paywall).
- Trotz Zwangs-Übernahme: UBS will Marke «Credit Suisse» nicht beerdigenExterner Link – Blick.
In Bern fand heute die erste Behindertensession der Schweiz statt. Mit dabei: Irene Stüssi.
44 aus 20’000: In einer Onlinewahl, die von der Organisation Pro Infirmis durchgeführt worden war, wurden sie auserkoren, um sich im Bundeshaus gemeinsam für eine bessere Inklusion einzusetzen.
Denn in der Schweiz leben rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Behinderung.
Obwohl die Schweiz die UNO-Konvention über die Behindertenrechte 2014 unterschrieben hat, sind viele Betroffene immer noch weitgehend ausgeschlossen oder nur teilweise integriert.
Wie die Situation verbessert werden kann, darüber hat die sehbehinderte Irene Stüssi eine klare Vision.
- «Ich brauche kein Mitleid, sondern konkrete Unterstützung» – Videobeitrag von SWI-Kollegin Patricia Islas.
- Der Ruf nach Bürger:innenwürde wird lauter – SWI-Reportage von Benjamin von Wyl und Thomas Kern von November 2022.
- Schweiz bei Behinderten-Gleichstellung unter Zugzwang – seit meinem Beitrag von 2017 hat sich noch nicht allzu viel getan.
Mehr
Die Schweizer Parlamentswahlen von Oktober sind die ersten mit den strengeren Transparenzregeln.
Woher haben die Parteien in der Schweiz ihr Geld, um ihre Kampagnen für Abstimmungen und Wahlen zu finanzieren? Dies war jahrzehntelang eine Blackbox.
Bei Spenden über 15’000 Franken müssen die Parteien die Quellen neu offenlegen.
Das ist ein Fortschritt. Wenn auch mit einer Kehrseite: Erhalten die Parteien noch genügend Spenden? Denn eine meist fürstliche staatliche Parteienfinanzierung wie in den Nachbarländern gibt es in der Schweiz so nicht.
Politikwissenschaftler Adrian Vatter von der Uni Bern hat in einer Studie die Auswirkungen der schärferen Transparenzregeln untersucht.
Sein Fazit: Spenden über 15’000 Franken dürften abnehmen. Aber: Umgehungsversuche, etwa mit kleineren Tranchen, sind laut dem Professor ein realistisches Szenario.
- Gefährdet die Transparenz die Finanzierung der Parteien?Externer Link – Zusammenfassung der Studie auf dem Portal DeFacto.
- Blackbox Parteien-Finanzierung: Nur noch Belarus liegt hinter der Schweiz – SWI-Beitrag vom Februar 2022.
- Die Schweizer Schattendemokratie – SWI-Artikel von 2018.
Der morgige Gegner der Schweizer Fussballnationalmannschaft: die Lieblinge eines Diktators.
Am Samstag eröffnet die Schweizer Fussball-Nati ihre Kampagne zur Qualifikation für die nächsten Europameisterschaften.
Erster Gegner ist Belarus. Der Match findet in Serbiens Hauptstadt Belgrad statt. Sportlich ist die Ausgangslage klar: Das Team von Coach Murat Yakin ist klarer Favorit, alles andere als ein Sieg wäre eine Schmach.
Doch die Partie hat einen unappetitlichen Hintergrund: In der gegnerischen Auswahl laufen nicht die besten Spieler des Underdogs auf. Vielmehr ist die Belarus-Elf eine Truppe von kickenden Propagandisten, die ihrem Langzeitdiktator Alexander Lukaschenko treu ergeben sind.
Schon nur, wer an den brutalen Sicherheitsapparat appellierte, bei den Protesten keine Gewalt gegen Demonstrant:innen anzuwenden, landete auf einer schwarzen Liste. Was gleichbedeutend ist mit dem sportlichen Bann. Oder: Man wechselt ins Lager des starken Mannes…
Das Spiel morgen ist also auch ein Aufeinanderprallen zweier völlig verschiedener Staatsformen.
- Gegen die Schweiz spielen nur die Lieblinge des gnadenlosen DiktatorsExterner Link – Bericht im Tages-Anzeiger (Paywall).
- Weissrussland – ein Land, gefangen in seinem Tagtraum – SWI-Bildbericht von 2020 über den Schweizer Fotografen Nicolas Righetti, der lange in Weissrussland fotografiert hat.
- Putin-Freund Lukaschenko in Peking: China entfernt sich weiter vom WestenExterner Link – Watson.
Mehr
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards