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Drogensüchtige unter einer Brücke

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer

Offene Drogenszenen mitten in unseren Städten: Auch ich habe geglaubt, dass solche Bilder Geschichte sind. Doch jetzt kämpfen die Städte Zürich, Bern, Lausanne oder Genf gegen Ansätze neuer, offener Drogenszenen. Wieso taucht das Phänomen wieder auf? In Zürich haben es die Behörden auch noch mit einem ganz anderen gesellschaftlichen Phänomen zu tun.

Herzliche Grüsse aus Bern

Vermüllter Stadtpark mit unter anderem Spritzen auf dem Boden
Keystone SDA

In hohen Mengen, tiefe Preise, reinste Qualität: Die Drogenmafia flutet europäische Städte mit Gift. Als eine der Folgen zeigen sich auch in der Schweiz wieder Anfänge offener Drogenszenen.

Vor Dreck und Müll starrende Pärke, verwahrloste Süchtige, die sich den Stoff in aller Öffentlichkeit spritzen. Die verstörenden Bilder solcher zombie-mässiger Dystopien, insbesondere aus Zürich wie hier aus dem Archiv, gingen vor rund 40 Jahren um die Welt.

Erst der Paradigmenwechsel zu einer fortschrittlichen staatlichen Drogenpolitik setzte dem manifesten Elend mitten in der sauberen Schweiz ein Ende. Das war vor 25 Jahren.

Jetzt tauchen die Geister der Vergangenheit wieder auf: Weil Drogen, insbesondere Kokain und Crack, in rauen Mengen,in fast noch nie dagewesener Reinheit und für kleines Geld zu haben sind, zeigen sich in grösseren Zentren wieder Ansätze offener Szenen von Süchtigen.

In Zürich kommt hinzu, dass die Stadt jüngst eine Anlaufstelle für Drogenkranke schloss. Jetzt will die Stadtregierung die Zügel in die Hand nehmen und die weitere Ausbreitung von Crack verhindern. Dies mit Prävention, Sozialarbeit und Polizeiarbeit, wie ein Parlamentsvorstoss verlangte, den die Stadtregierung annahm.

Crack ist einem Kokainderivat, das sehr schnell «einfährt» und das sehr schnell süchtig macht.

In Zürich sehen sich die Behörden zudem mit einem anderen, glücklicherweise viel kleineren und harmloseren Phänomen konfrontiert, das diesen Sommer manifest wurde: Paare, die in öffentlichen Schwimmbädern Sex haben – inmitten des Getümmels von Jung und Alt, die im kühlen Nass Spass und Erquickung der herkömmlichen Art suchen. Beobachtungen und Beschwerden stammen, das muss hier festgehalten werden, von einigen wenigen Stammgästen.

Jetzt – es ist schon Herbst – wird das Zürcher Sportamt aktiv. Wer in der Badi andere Gäste mit seinem Verhalten stört oder verletzt, riskiert eine Busse von bis zu 500 Franken.

Junge, der mit verweinten Augen auf den Bildschirm seines Laptops schaut
Pro Juventute

Schlechte Nachrichten: In der Schweiz geht es immer mehr Kindern und Jugendlichen mental nicht gut.

Gratisnummer 147: Beim Sorgentelefon von Pro Juventute registrieren die Berater:innen eine besorgniserregende Tendenz: Die Zahl der Kinder und Teenager, die dort wegen psychischer Probleme Hilfe suchen, ist rund doppelt so hoch wie vor der Pandemie – und sie steigt weiter. Gründe dafür: Stress in der Schule, Mobbing, Probleme in der Familie.

Pro Tag melden sich sieben bis acht junge Menschen mit ernsthaften Suizidgedanken. Die Mediensprecherin der Stiftung Pro Juventute berichtet sogar vom Fall eines elfjährigen Jungen, der gesagt habe, dass er nicht mehr leben wolle.

In 74 besonders schlimmen Fällen im ersten Halbjahr waren die Bemühungen der Berater:innen derart wirkungslos, dass sie nur noch die Polizei oder eine Ambulanz vorbeischicken konnten.

Haben Sie Probleme und sehen keinen Ausweg? Wenden Sie sich an eine Beratungsstelle. In der Schweiz ist dies unter anderen Die Dargebotene Hand unter Telefonnummer 143Externer Link oder für Kinder und Jugendliche die Nr. 147 der Pro JuventuteExterner Link.

Porträt von Jerome, der in Uniform auf einem Feld in der Ukraine steht
SRF

Er ist Schweizer, 37 Jahre alt, Vater zweier Töchter im Teenageralter – und er kämpft in der Ukraine gegen die Russen.

Im letzten Jahr schloss sich «Jérôme», der real anders heisst, als Freiwilliger der Internationalen Legion für ausländische Kämpfer an. Er kämpfte an der Front im Donbass und sah dort im November in einem Gefecht einen Kameraden sterben.

Er selbst wurde verletzt. Es wurde ihm zu viel, so dass er zurück in die Schweiz kam. Aber er gab an, dass er wieder zurück in die Ukraine wolle, um dort zu kämpfen.

«Es ist ein Gemetzel», sagt er und rät anderen davon ab, seinen Weg zu gehen. Der arbeitslose Milchtechnologe lebt allein und bezieht Sozialhilfe. Seine Gründe, in den Krieg zu ziehen, kann oder will er nicht genau angeben.

Mehr
Bild mit vielen Krankenkassenkarten und dem Einblender Dialog
© KEYSTONE/Christian Beutler

Die Kosten im Schweizer Gesundheitswesen kennen nur eine Richtung: nach oben. Ist das System kaputt?

Auf diese Frage kann ich hier nicht mit Antworten von Expert:innen dieses Bereichs dienen. Denn diese möchten wir von Ihnen hören!

Fakt ist: Die Prämien für die Krankenversicherung, die in der Schweiz für alle obligatorisch ist, stehen bei den Schweizer:innen ganz zuoberst auf der Liste der wichtigsten Themen bei den Parlamentswahlen von Ende Oktober.

Expert:innen gehen für 2024 von einem «Prämienschock» aus: Im Schnitt sollen die Prämien sieben bis acht Prozent steigen, für einige Gruppen gar um 12%.

Hoffen und tatenlos zusehen, wie sich die Kostenspirale jedes Jahr um ein gutes Stück nach oben dreht? Was ist Ihre Meinung dazu? Haben Sie Vorschläge, wie diese Dynamik, die viele Menschen im Land in grosse Not bringt, durchbrochen werden könnte? Schreiben Sie uns – im neuen, mehrsprachigen Format «dialog», das SWI-Kollegin Claire Micallef betreut.

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