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altes Porträtbild eines jungen Mannes

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Heute vor 85 Jahren wollte ein junger Schweizer in München Hitler erschiessen. Doch er wurde von der Gestapo verhaftet, gefoltert und 1941 hingerichtet. Weder der Schweizer Botschafter in Berlin noch der Bundesrat setzten sich für ihn ein.

Beste Grüsse aus Bern

altes Foto mit Schaufenstern eines Geschäfts mit aufgeschmiertem Schriftzug Jude
Keystone

Maurice Bavaud steht für ein trauriges Kapitel der Schweizer Geschichte.

Der 22-jährige Theologiestudent und Pazifist aus dem Kanton Neuenburg hat die Gefahr, die Hitler für die Welt bedeutete, früh erkannt.

Deshalb reiste er 1938 nach München, um den deutschen Führer am 9. November während einer Strassenparade der Nazis mit einer Pistole zu erschiessen.

Doch Bavaud geriet in eine Kontrolle der Gestapo, wo seine Waffe entdeckt wurde. Im Verhör gestand er die Attentatspläne. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn zum Tod und liess ihn 1941 hinrichten.

Die Haltung der offiziellen Schweiz während Bavauds Haft war das reinste Trauerspiel: Weder Bern noch der Schweizer Botschafter in Berlin rührten auch nur den kleinen Finger, um den jungen Landsmann vor dem Schafott zu retten. Vielmehr wurde er gar verhöhnt und diffamiert.

Bis heute sind alle Bemühungen, Maurice Bavaud in der Schweiz zu rehabilitieren, gescheitert.

Am selben Tag, als das Attentat hätte stattfinden sollen, zeigten die Nazis dann der Welt ein erstes Mal ihr wahres Gesicht: In der Reichspogromnacht ermordeten sie mehrere hundert Jüdinnen und Juden und zerstörten jüdische Einrichtungen wie Synagogen, Friedhöfe und Geschäfte.

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Plakat mit Judenstern und SS-Runen
Keystone

Der Schweizer Aussenminister hat zum Kampf gegen Antisemitismus aufgerufen.

Aufgrund des Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Hamas haben Attacken auf Jüdinnen und Juden auch in der Schweiz zugenommen.

«Viele unserer jüdischen Mitbürger:innen haben Angst, ihre Wohnung oder ihr Haus zu verlassen, eine Kippa aufzusetzen oder den Davidstern als Anhänger zu tragen. Sie werden angegriffen und beschimpft«, schrieb Ignazio Cassis in einem Beitrag in der Westschweizer Zeitung Le Temps.

In der Reichspogromnacht vor 85 Jahren, im Holocaust sowie in den Angriffen der Hamas seien Träume und Hoffnungen im Namen einer unmenschlichen Ideologie zerstört worden, die keine Vielfalt ertrage.

«Wir haben eine kollektive und individuelle Verantwortung, den Antisemitismus zu bekämpfen«, schrieb Cassis. Er betonte auch, dass das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung nicht verschwiegen werden dürfe.

Hände, die mit Tabak und Cannabis einen Joint drehen
Keystone

In mehreren Schweizer Städten laufen Versuche mit legalem Cannabisverkauf. Ein Augenschein in Basel.

Cannabis nicht vom Dealenden auf der Gasse, sondern in der Apotheke kaufen: Das läuft in Basel. «Ich hätte gerne etwas Purple Gas, bitte», sagt Markus, der tatsächlich anders heisst. Dann zeigt er dem Apotheker seinen Ausweis.

Der ist nötig, weil der Kreis der Kund:innen im Basler Test auf 370 Erwachsene beschränkt ist. Für das Säcklein mit fünf Gramm «Swiss-certified Cannabis» bezahlt Markus 50 Franken.

Die Versuche in sieben Schweizer Städten mit legalem «Gras» werden streng kontrolliert und wissenschaftlich begleitet.

Die Schweiz hat den Konsum teilweise legalisiert: Mengen von weniger als zehn Gramm sind straffrei. In einer Umfrage von 2021 haben sich 70% der Schweizer:innen für eine Legalisierung des Cannabiskonsums ausgesprochen.

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älterer Mann spricht gutgelaunt an einer Veranstaltung mit dem Mikrofon in der Hand
Keystone SDA

Bern rollt am Samstag den roten Teppich aus – es ist prominenter Besuch angesagt.

Ex-US-Präsident Bill Clinton wird in Bern erwartet, von 1993 bis 2001 Herr im Weissen Haus.

Natürlich ist es kein Staatsbesuch, dafür aber viel lukrativer – monetär: Eine sogenannte Keynote des mittlerweile 77-Jährigen – eine Rede im Rahmen eines privaten Anlasses – soll zwischen 250’000 und 500’000 Franken wert sein.

Clinton ist Ehrengast bei der Verleihung des Prix Suisse im Berner Kursaal, wo er vor 420 geladenen Gästen auftritt. Der jährlich vergebene Preis wird von der Nachlass-Stiftung von Möbelhaus-Pionier Fritz Gottlieb Pfister alimentiert.

Wer hofft, Clinton in den Gassen Berns anzutreffen, dürfte enttäuscht werden: Sein Besuch wird von einem grossen Sicherheitsaufgebot begleitet.

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