Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Genau heute vor einem Jahr wurde das Dorf Blatten durch einen Bergsturz zerstört. Dabei wurden Häuser und Existenzen vernichtet. Wie kommen die Menschen aus Blatten ein Jahr später zurecht und welche Zukunft hat das Dorf?
Sonnige Grüsse aus Bern
Ein Jahr nach dem Erdrutsch, der das Dorf Blatten zerstörte, ziehen Schweizer und internationale Medien Bilanz über die Emotionen und die Fortschritte beim Wiederaufbau des Dorfes.
Im Zentrum der Berichterstattung stehen die Menschen, die noch immer mit dem Verlust ihrer Häuser und ihrer Gemeinschaft ringen. Ein Jahr später sprechen viele Bewohner:innen weniger über die Katastrophe selbst und mehr über zutiefst persönliche Themen: Heimweh, Identität und ob sie jemals zurückkehren können. Einige träumen davon, ihr Leben im Tal wieder aufzubauen, während andere dort keine Zukunft mehr sehen.
Die ehemalige Blatten-Bewohnerin und Hotelbesitzerin Esther Bellwald sagte dem Tages-Anzeiger, dass sie sich in den Monaten nach der Zerstörung ihres Hotels emotional distanziert gefühlt habe, als würde sie sich vor dem Trauma schützen. Gemeinsam mit Lukas Kalbermatten baute sie ein neues Hotel namens Momentum auf der Lauchernalp bei Blatten, das als Symbol für die Widerstandskraft des Tals präsentiert wurde. Doch ein Jahr später sagt Bellwald, die Ablenkung durch den Bau eines neuen Betriebs sei nur vorübergehend gewesen, und die Verarbeitung falle ihr jetzt schwerer als in den Monaten nach der Katastrophe.
Wie hat der Erdrutsch die Jugend des Tals beeinflusst, die bis dahin keine andere Heimat kannte? Der 16-jährige Jonathan Ritler träumt von der Rückkehr. «Es ist einfach unsere Heimat», sagt er. Für ihn sind die Berge mehr als Geografie – sie sind ein Gefühl der Zugehörigkeit. «Ein Bergmensch kann nicht im Flachland leben. So ist es einfach. Man kommt immer zurück.»
Der 17-jährige Mattia Ebener fühlt ähnlich. Bald schliesst er seine Lehre als Plattenleger ab und hofft, eines Tages ein eigenes Geschäft in Blatten zu führen, wie er der Aargauer Zeitung sagt. «Ich will ein eigenes Haus und Teil einer glücklichen Gemeinschaft sein.»
Während Unterstützung und Solidarität stark bleiben, waren Kritik und Bedenken angesichts der Millionen von Franken, die nun an den Wiederaufbau von Blatten gebunden sind, unvermeidlich.
Die Gemeinde hofft, das Dorf bis 2029 wieder bewohnbar zu machen. Doch der Wiederaufbau ist aufgrund des begrenzten Raums und anhaltender Naturgefahren komplex. Hinzu kommt die Frage des Grundbesitzes. Während die meisten Gebäude versichert waren, war es das Land nicht. Die Gemeinde verhandelte daher Entschädigungen für verlorenes Bauland mit Hilfsorganisationen und dem Bund.
Insgesamt wurden 72 Millionen Franken gespendet, wovon fast 30 Millionen Franken direkt an die Gemeinde gingen. Die lokalen Behörden haben jedoch nicht öffentlich dargelegt, wie die Mittel eingesetzt werden.
Der Walliser Politiker Emmanuel Revaz (Grüne) sagte, dass Politiker:innen bei Spenden dieser Grössenordnung eine «faire, verhältnismässige und nicht willkürliche Verwendung» der Mittel garantieren müssten. Er argumentierte, dass es der Region nicht guttun würde, eine so grosse finanzielle Verantwortung allein einer kleinen Gemeindeexekutive aufzubürden.
Über die Finanzen hinaus bleibt die Zufriedenheit mit der Katastrophenhilfe jedoch hoch. Gegenüber Keystone-SDA lobten alle Walliser Regierungsrät:innen die Koordinationsbemühungen, während Thomas Egger, Direktor der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete, die Kommunikation der Gemeinde und der Kantonsbehörden als vorbildlich bezeichnete.
Die Bewohner:innen wurden auch eingeladen, Ideen für das zukünftige Dorf beizusteuern. Zu ihren Wünschen gehört eine autarke Energieversorgung. Fernando Lehner, Leiter der Wiederaufbaukommission von Blatten, sagte der NZZ, dass das «neue Blatten nach modernsten Standards» gebaut werde.
Das Interesse an der Zukunft des Dorfes reicht über das Tal hinaus. Sogar die renommierten Architekten Herzog & de Meuron haben Unterstützung beim Wiederaufbau angeboten. Eine ironische Wendung, wie die NZZ anmerkt, da dieselbe Firma vor zwei Jahrzehnten die Entvölkerung wirtschaftlich unrentabler Alpentäler vorschlug, einschliesslich des Lötschentals.
Was Blatten erwartet, bleibt ungewiss. Gebäude können wieder aufgebaut werden. Doch für viele entwurzelte Blattner:innen ist die grössere Hoffnung, eines Tages ein Gefühl von Heimat wiederzufinden.
Heute Morgen griff ein Mann mit einem Messer mehrere Menschen am Bahnhof Winterthur an. Drei Personen wurden verletzt und der mutmassliche Angreifer wurde am Tatort festgenommen. Der Mann wurde erst gestern aus der Psychiatrie entlassen.
Gegen 8:30 Uhr attackierte ein 31-jähriger Schweizer, bewaffnet mit einem Messer, mehrere Personen in der Nähe des Bahnhofs und in der Unterführung. Drei Schweizer Staatsangehörige im Alter von 28, 43 und 52 Jahren wurden verletzt, einer davon schwer. Alle wurden ins Spital gebracht.
Ein Augenzeuge, der in einem Bürogebäude mit Blick auf das Areal arbeitet, sagte dem Tages-Anzeiger, der Mann habe «Allahu Akbar» gerufen, bevor er Menschen in seiner Nähe attackierte. Eine Schulklasse passierte zufällig zu diesem Zeitpunkt den Bahnhof, und die Lehrerin habe die Kinder abgeschirmt.
«Ein Passant wehrte sich mit aller Kraft», sagte der Augenzeuge dem Tages-Anzeiger. Kurz darauf trafen Sicherheitskräfte ein und überwältigten den Mann. «Es ging alles unglaublich schnell. Wenn das Sicherheitspersonal nicht so schnell reagiert hätte, weiss ich nicht, was passiert wäre.»
Bei einer Pressekonferenz heute Nachmittag bezeichneten die Zürcher Kantonsbehörden den Angriff als «terroristischen Akt». Gemäss Sicherheitsdirektor Mario Fehr war der Verdächtige der Polizei bereits bekannt. Laut dem Kommandanten der Kantonspolizei, Marius Weyermann, war gegen den Mann zuvor im Zusammenhang mit der An’Nur-Moschee in Winterthur sowie wegen mutmasslicher Verbindungen zum IS ermittelt worden. Er sei 2024 in die Türkei gezogen und erst Anfang dieses Monats in die Schweiz zurückgekehrt, teilten die Behörden mit. Vor einigen Tagen wurde er wegen auffälligen Verhaltens in die Psychiatrie eingewiesen. Dort stuften ihn ein Arzt jedoch als nicht gefährlich ein, und er verliess die Klinik am Mittwoch wieder.
Heute Abend trifft die Schweiz im Viertelfinal der Eishockey-Weltmeisterschaft in Zürich auf Schweden. Trotz sieben Siegen aus sieben Spielen wird die nächste Herausforderung nicht einfach.
In den letzten zwei Jahrzehnten hat die Schweiz hart daran gearbeitet, sich von einem respektierten Aussenseiter zu einem der konstantesten Teams im internationalen Eishockey zu entwickeln, schreibt Olympics.com. Doch die Schweiz steht noch immer vor dem, was die Luzerner Zeitung das «Schweden-Trauma» nennt: wiederholte schmerzhafte Niederlagen gegen die Skandinavier über die Jahre hinweg.
Für Nationaltrainer Jan Cadieux spielt die Vergangenheit jedoch keine Rolle mehr. «Es ist mir egal, was vorher passiert ist. Wir können es nicht ändern. Was zählt, ist, dass wir jetzt etwas Besonderes erreichen wollen», sagte er der Zeitung.
Die Schweizer Nationalmannschaft hat dieses Niveau weitgehend dank ihrer Spieler erreicht, die im Ausland spielen. Swissinfo hat mit mehreren jungen Schweizer Eishockeyspielern gesprochen, die im Ausland Erfahrung sammelten. Was zieht sie in die Ferne? «Ich liebe meine Stadt und habe immer davon geträumt, das Gottéron-Trikot zu tragen. Aber nach Jahren mit denselben Trainern und Ideen musste ich etwas anderes entdecken», sagte der aus Freiburg stammende Kevin Nicolet.
Zu den bevorzugten Zielen gehören Schweden, Kanada und die Vereinigten Staaten. Skandinavien zieht Spieler mit seinem technischen Ansatz und seiner Nachwuchsförderung an, während Nordamerika mit seiner Intensität und medialen Aufmerksamkeit fasziniert.
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