Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Der 1. Januar 2026 wird mir für immer in Erinnerung bleiben. Die Freude über den Jahreswechsel machte schnell dem Entsetzen Platz, als ich mein Telefon einschaltete und vom Drama erfuhr, das sich in Crans-Montana abgespielt hatte. Einundvierzig junge Leben, die in einer Nacht ausgelöscht wurden, dazu über hundert Verletzte.
Immer wieder denke ich an Barbesuche mit Freunden, bei denen auch ich mir keine Gedanken über die Sicherheit des Ortes machte. Eine Sorglosigkeit, die wohl viele in jener Nacht teilten.
Sechs Monate später gelten meine Gedanken den Opfern, ihren Angehörigen und allen Menschen, deren Leben in jener Nacht aus den Fugen geriet.
Herzliche Grüsse aus der Schweiz
Sechs Monate nach dem Brand in Crans-Montana blickt die Presse auf die Tragödie zurück, die in der Neujahrsnacht 41 Todesopfer und 115 Verletzte forderte. Mehrere Medien ziehen eine Zwischenbilanz der Untersuchung oder geben den Familien der Opfer das Wort, die von ihrer Prüfung berichten.
«Mir fehlte es an Menschlichkeit, obwohl so viele Menschen sie brauchten», sagt der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, in der NZZ. Féraud, gegen den ein Strafverfahren läuft, bedauert heute, dass er sich geweigert hatte, sich an der Pressekonferenz vom 6. Januar zu entschuldigen. Er hatte damals eingeräumt, dass die Bar Le Constellation seit 2019 keiner Sicherheitskontrolle mehr unterzogen worden war.
Die Untersuchung soll klären, wer die Verantwortung trägt. Mehr als hundert Anwältinnen und Anwälte, rund 400 Privatklägerinnen und Privatkläger sowie derzeit 14 Beschuldigte sind daran beteiligt. Zu ihnen gehört auch das Ehepaar Moretti, dem die Bar Le Constellation gehörte. Den Beschuldigten werden Brandstiftung, schwere Körperverletzung und fahrlässige Tötung vorgeworfen.
Insgesamt wurden 156 Personen vom Brand betroffen. 16 Jugendliche befinden sich weiterhin im Ausland im Spital und neun in der Schweiz, auf der Intensivstation oder in der Akutbehandlung. «Für uns hat das Leben in jener Nacht neu begonnen», erzählt die Mutter von Alan der Zeitung Le Temps. Der Körper ihres Sohnes wurde am 1. Januar zu 70% verbrannt. Sie sagt, die Tragödie habe ihre Familie zusammengeschweisst. «Wir haben entdeckt, dass wir fähig sind, viel zu ertragen», sagt sie.
Seit diesem Mittwoch, 1. Juli, verbietet das Schweizerische Zivilgesetzbuch ausdrücklich jede Gewalt in der Erziehung von Kindern. Die Stiftung Pro Juventute begrüsst einen Fortschritt, fordert aber mehr Anstrengungen in Sachen Prävention.
Eltern müssen ihre Kinder ohne Anwendung von Gewalt erziehen. Körperstrafen und andere erniedrigende Behandlungen sind neu ausdrücklich durch das Zivilgesetzbuch verboten. Diese Änderung, die vom Parlament letzten Sommer verabschiedet wurde, hat vor allem den Zweck, präventiv zu wirken und die öffentliche Meinung zu sensibilisieren.
Pro Juventute betrachtet diese Massnahme als «ein klares Signal, das zeigt, dass die Schweiz keine Form von Gewalt gegenüber Kindern duldet». Die Stiftung warnt jedoch: Die Hilfsgesuche von Kindern, die Opfer häuslicher Gewalt sind, haben sich in fünf Jahren verdreifacht. Die Stiftung fordert eine Verstärkung der Prävention.
«Erziehung ohne Gewalt ist gut. Aber es ist nur ein Etappensieg», meint Jean Zermatten, ehemaliger Jugendrichter des Kantons Wallis und Ex-Präsident des Kinderrechtskomitees der UNO, in Le Temps. Er fordert die Schweiz nun auf, sich der Mehrheit der europäischen Länder anzuschliessen, die Körperstrafen expliziter verboten haben.
Der Bundespräsident Guy Parmelin gibt gegenüber Washington nach, ohne eine Gegenleistung zu erhalten, werfen ihm mehrere Parlamentarier vor. Ihm wird auch vorgeworfen, das Parlament zu umgehen.
«Nicht derjenige gewinnt, der als Erster nachgibt, sondern derjenige, der seine Interessen konsequent vertritt», sagt FDP-Ständerat Damian Müller. Wie andere Parlamentsmitglieder wirft auch er dem Bundesrat vor, sich zum Abbau von Importhemmnissen für US-Autos und US-Medizinprodukte verpflichtet zu haben, ohne dass die USA im Gegenzug ähnliche Zusagen gemacht hätten.
Weiter lautet die Kritik, dass die Regierung auf ein Handelsabkommen verzichtet habe und nun eine Verordnungsänderung bevorzuge, die in ihre Zuständigkeit fällt. Das würde ihr erlauben, ohne die Zustimmung der Bundesversammlung zu handeln. «Das ist ein ziemlich autoritäres Vorgehen», sagt Carlo Sommaruga, SP-Ständerat und Präsident der Aussenpolitischen Kommission.
Die Schweizerische Volkspartei (SVP) hingegen unterstützt ihren Bundesrat weiterhin. «Dass der Bundesrat die Strategie wechselt, stellt kein Problem dar, da wir letztendlich über das Handelsabkommen abstimmen werden», sagt SVP-Ständerat Hannes Germann.
Die Einführung der E-ID verzögert sich. Das Bundesamt für Justiz (BJ) teilte am Dienstag mit, dass zusätzliche Entwicklungen notwendig seien, um den Datenschutz angesichts der jüngsten Fortschritte der künstlichen Intelligenz zu gewährleisten.
Die Schweizerinnen und Schweizer sollten sich ursprünglich bereits dieses Jahr online identifizieren können. Dieser Zeitplan kann jedoch nicht eingehalten werden. Neue Massnahmen sind notwendig, um Schadsoftware besser zu abzuwehren und Deepfakes schneller zu erkennen. Das BJ führt derzeit seine Evaluationen fort und wird später einen neuen Einführungstermin mitteilen.
Der Datenschutz gehörte vor der Abstimmung vom 28. September 2025 zu den Hauptanliegen der Bevölkerung. Die E-ID wurde schliesslich von 50,4% der Stimmenden angenommen. Ein erstes Projekt war 2021 deutlich abgelehnt worden.
Diese Verschiebung betrifft jedoch nicht die für den Betrieb der E-ID erforderliche digitale Vertrauensinfrastruktur. Deren Entwicklung verläuft wie geplant. Eine von Behörden und privaten Akteuren getestete Version läuft seit über einem Jahr erfolgreich im Testbetrieb. Diese Infrastruktur soll im ersten Halbjahr 2027 für weitere elektronische Ausweise, wie beispielsweise den Führerschein, in Betrieb genommen werden.
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