Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Der 1. August rückt näher und damit nicht nur die Erinnerung an Höhenfeuer und Lampions, sondern auch an Trumps Zollschock vom letzten Jahr.
Diese Woche muss der US-Präsident erneut über die Zölle auf Schweizer Importe entscheiden. Während deren Höhe noch unklar ist, hat Trump der Pharmabranche bereits drastische neue Zölle angedroht.
Herzliche Grüsse aus der Schweiz
Noch in dieser Woche will US-Präsident Donald Trump über die künftigen Zölle auf Schweizer Importe entscheiden. Gleichzeitig hat er drastische Einfuhrzölle auf Generika angedroht.
Nervös blickt die Schweizer Wirtschaftswelt in diesen Tagen Richtung USA. Denn in dieser Woche muss Präsident Trump entscheiden, welche Zölle künftig auf importierte Güter aus der Schweiz gelten sollen. Vor knapp einem Jahr schockte Trump die Schweiz am Nationalfeiertag mit Strafzöllen von 39%, diese wurden später vom Supreme Court auf 10% runtergeschraubt. Dieser Entscheid gilt noch bis Freitag. Wie hoch die neuen Zölle ausfallen werden, ist noch unklar. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer schlägt 12.5% vor, wie die Aargauer Zeitung schreibt.
Während bei diesen Zöllen noch Unsicherheit herrscht, hat Trump aber bereits die nächste Zollerhöhung angedroht – diesmal mit der Pharmabranche im Visier. Ab 2028 gelte für Generika ein Zoll von 100%, im Jahr darauf sollen es 200% sein, verkündete er auf Truth Social.
Das würde vor allem den Schweizer Konzern Sandoz treffen. Das Basler Unternehmen reagierte in einer ersten Stellungnahme zurückhaltend, es sei derzeit zu früh, die Auswirkungen abzuschätzen. Wie Finanz und Wirtschaft berichtet, halten Analysten es für möglich, dass die US-Regierung am Ende statt einer vollständigen Umsetzung der Zölle Vereinbarungen mit Herstellern aushandelt.
Das Genfer Burkini-Verbot ist vorerst gestoppt: Bis das Verfassungsgericht über die Beschwerden entscheidet, sind lange Badeanzüge in Badis wieder erlaubt.
Am 30. Mai ist im Kanton Genf ein Gesetz in Kraft getreten, dass für Aufruhr gesorgt hatte: Baden in Ganzkörperbadeanzügen wurde verboten. Auf Burkinis abgezielt, trafen die neuen Regeln jedoch auch langärmlige UV-Schutzkleidung. Das Gesetz wurde von linker Seite als rassistisch und stigmatisierend bezeichnet. Mehrere Beschwerden, darunter auch von Gemeinden, die sich in ihrer Souveränität eingeschränkt fühlten, gingen ein.
Nun hat das Genfer Verfassungsgericht das Verbot ausgesetzt, wie RTS berichtet. Bis ein Entscheid in der Sache vorliegt, darf wieder in langen Badeanzügen geschwommen werden. Das Gericht begründete den Schritt damit, dass das Verbot Menschen aus religiösen, gesundheitlichen oder persönlichen Gründen vom Zugang zu öffentlichen Schwimmbädern ausschliessen könnte – dabei seien diese gerade im Sommer wichtige Orte der Abkühlung und der Begegnung.
Traurige Nachrichten zum Thema Baden gibt es derweil aus der Statistik. Seit Mitte Juni sind in der Schweiz mindestens 15 Menschen bei Badeunfällen gestorben, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA gezählt hat. Männer verunfallen deutlich öfter tödlich als Frauen. Mögliche Gründe dafür seien eine höhere Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung.
Der Bewohner:innenrat: Wie Demokratie im Altersheim zu mehr Mitspracherecht und Zufriedenheit führt.
Wir berichten bei Swissinfo viel über das Thema Demokratie. Dabei geht es oft um ein Mitspracherecht auf staatlicher Ebene. Ein Artikel von SRF zeigt heute, dass Demokratie nicht nur in der Politik positive Auswirkungen hat.
Das Altersheim Wengistein in Solothurn hat seit bald dreissig Jahren einen Rat für die Bewohner:innen. Sie können Kritik, Anregungen und Wünsche einbringen. Diejenigen Bewohner:innen, die stark pflegebedürftig oder dement sind und nicht im Rat teilnehmen können, werden in einem Angehörigen-Rat vertreten. Für viele Bewohner:innen bedeutet der Rat mehr als nur Mitbestimmung. Es gebe ihm ein gutes Gefühl, dass er noch wahrgenommen und gebraucht werde, sagt ein Bewohner im Radiobeitrag über seine Teilnahme im Rat.
Besonders deutlich zeigte sich das Bedürfnis nach Mitspracherecht in Alters- und Pflegheimen während der Corona-Pandemie. Viele Bewohner:innen litten unter der Isolation. Im Altersheim Wengistein wurde beschlossen, dass nicht angesteckte Personen nicht isoliert wurden. Als Lehre aus der Pandemie empfiehlt das BAG mittlerweile Bewohner:innenräte für Altersheime ausdrücklich.
Auch nach dem WM-Final bleibt der Fussball in der Schweiz präsent. Es geht jedoch nicht um Tore oder rüpelige Fussballspieler, sondern um Fanfeiern, Protest gegen die Fifa und eine Petition gegen Rassismus.
Die Fussball-WM ist vorbei, die Tränen meiner schweizerisch-argentinischen Arbeitskollegin getrocknet. Doch das Thema Fussball beschäftigt die Schweiz weiterhin.
Während die WM mit Spielen mitten in der Nacht und Feiern in der Öffentlichkeit eine Ausnahmesituation darstellte, zeigte die Schweiz bald darauf wieder ihr wahres Gesicht. Wie 20 Minuten berichtet, haben Spanienfans in Sion eine Busse erhalten, weil sie eine halbe Stunde nach Spielende hupten und Fahnen aus dem Auto schwenkten. Die Walliser Polizei hält fest, dass ihre Aufgabe darin besteht, die Verkehrsregeln durchzusetzen.
Auch bei der Fifa kam es zu Lärm, allerdings durch eine Demonstration. Ein Deutscher Fussballfan reiste nach Zürich, um vor dem Fifa-Hauptsitz gegen die Organisation und deren Präsident Gianni Infantino zu protestieren. Er warf der Fifa durchs Megafon Geldgier, Machtstreben und eine zu grosse Nähe zur Politik vor. SP-Kantonsrat Nicolas Siegrist machte bei der Demo mit – er war allerdings nur einer von etwa vier Teilnehmenden.
In Muri, beim Hauptsitz des Schweizerischen Fussballverbands (SFV), kam es heute zu einer etwas grösseren Kundgebung. Über 10’000 Menschen haben die Petition «Stopp dem Rassismus im Schweizer Fussball» der ehemaligen Fussballerin und Schauspielerin Jasmine Imboden unterschrieben. Auslöser der Petition sei ein rassistischer Vorfall bei einem Fussballspiel der 1. Liga gewesen. Damals sei die Fussballerin Jasmine Imboden mit kenianisch-schweizerischen Wurzeln rassistisch beschimpft worden, wie Keystone-SDA festhält.
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