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Zapfsäule an Tankstelle

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Ein Entscheid aus Washington, Wasserverluste trotz anhaltender Trockenheit, Treibstoffpreise unter Druck und eine Mücke auf dem Vormarsch: An diesem Freitag gibt es in den Schweizer Medien genug Themen, die Anlass zur Sorge sind. Ein Überblick.

Gute Lektüre!

Donald Trump
Trotz wochenlanger Verhandlungen bleibt US-Präsident Donald Trump gegenüber der Schweiz hart. Keystone / Laurent Gillieron

Die handelspolitischen Spannungen zwischen Bern und Washington belasten die Schweizer Wirtschaft weiterhin. Die USA haben neue Zölle für rund 60 Länder angekündigt, darunter auch die Schweiz.

Betroffene Schweizer Produkte werden neu mit einem Zuschlag von 12,5% belegt. Dieser Satz ist höher als jener für die EU, Grossbritannien oder Kanada, die mit 10% eingedeckt werden.

Washington begründet die Massnahme mit seinem Kampf gegen Zwangsarbeit in globalen Lieferketten. Nach einer in den letzten Monaten durchgeführten Untersuchung ist die US-Regierung zum Schluss gekommen, dass mehrere Handelspartner in diesem Bereich nicht ausreichende Massnahmen ergriffen hätten.

Das Eidgenössische Wirtschaftsdepartement weist die Vorwürfe Washingtons entschieden zurück. Wirtschaftskreise bezeichnen die Massnahme als «unverständlich» und «ungerechtfertigt». Die Schweiz ist bei weitem nicht das einzige Land, das Protest einlegt: Mehrere traditionelle Verbündete der USA wie Japan, Australien und Neuseeland haben die neuen Zölle ebenfalls kritisiert.

Der Entscheid zeigt, dass die Schweiz nach wie vor zu den am stärksten von der US-Handelspolitik betroffenen Ländern gehört. Sie war bereits von früheren Zöllen Washingtons in der Höhe von 39% betroffen und findet sich nun unter jenen Ländern mit den höchsten Abgaben wieder. Für Schweizer Unternehmen bedeutet dies zusätzliche Unsicherheit, denn die USA sind einer ihrer wichtigsten Exportmärkte.

Undichte Stelle im Trinkwassernetz
Trotz einiger undichter Stellen verfügt die Schweiz über eines der leistungsfähigsten Trinkwassernetze Europas. Keystone / Christian Beutler

Seit mehreren Wochen setzt die Trockenheit die Wasserressourcen in weiten Teilen der Schweiz unter Druck. In diesem Zusammenhang sorgt folgende Zahl für Aufsehen: Jedes Jahr geht im Schweizer Trinkwassernetz wegen Rohrbrüchen und Lecks Wasser im Umfang eines Stausees verloren.

Im Jahr 2024 machten diese Verluste fast 12% des verteilten Wassers aus. Laut dem Fachverband für Wasser, Gas und Wärme (SVGW) entspricht dies 109 Millionen Kubikmetern Wasser.

Die Situation ist jedoch weniger besorgniserregend, als es scheint. Trotz der jährlich gemeldeten Lecks bleibt das Schweizer Trinkwassernetz eines der leistungsfähigsten auf dem Kontinent. Mit einer Länge von 97’000 Kilometern belegte es 2023 den sechsten Platz in Europa bezüglich Zuverlässigkeit. Unter den Nachbarländern schnitt nur Deutschland mit einer Verlustrate von 6% besser ab.

Die anhaltende Trockenheit hat weitere Folgen. Laut einem Bericht des Bundesamtes für wirtschaftliche Landesversorgung könnte der niedrige Rheinpegel den Transport von Treibstoffen in die Schweiz erschweren. Ein Fünftel der Erdölimporte des Landes wird über den Fluss transportiert.

Wenn der Wasserstand sinkt, können die Schiffe nicht mehr voll beladen fahren, was die Transportkosten erhöht. Nach einer Schätzung des Touring Club Schweiz (TCS) könnte dies zu einem Anstieg des Benzinpreises an der Zapfsäule um rund 8,5 Rappen führen. Nach den Auswirkungen des Konflikts mit dem Iran auf die Treibstoffpreise drohen nun die Kosten durch die Trockenheit die Rechnung für den Strassenverkehr weiter zu belasten.

Tigermücke
Trotz der Massnahmen zur Bekämpfung breitet sich die Tigermücke weiter in der Schweiz aus. Keystone / Gaetan Bally

Die Bedrohung kommt von weit her, rückt aber näher. Nachdem bei einer Person, die von einer Auslandsreise zurückgekehrt war, ein Fall von Dengue-Fieber festgestellt wurde, haben die Walliser Behörden ein Quartier in Fully mit Insektizid behandeln lassen.

Ziel war es zu verhindern, dass eine lokale Tigermücke die erkrankte Person sticht und das Virus auf andere überträgt. Ein seltenes Szenario, aber ernst genug, um eine präventive Massnahme einzuleiten.

Der Fall verdeutlicht eine unauffällige, aber reale Entwicklung: Seit einigen Jahren ist die Tigermücke in der Schweiz auf dem Vormarsch. Im Tessin ist sie bereits fest etabliert und hat sich mittlerweile auf mehrere Regionen in der Westschweiz und im Wallis ausgebreitet. Das Insekt kann Krankheiten wie Dengue-Fieber, Chikungunya-Fieber oder das Zika-Virus übertragen.

Ein Warnsignal kam aus Basel. Im Frühling wiesen Wissenschaftler:innen dort erstmals das Dengue-Virus in Mücken nach, die nördlich der Alpen gefangen wurden. Es wurde zwar kein Fall einer lokalen Übertragung beobachtet, aber die Entdeckung zeigte, dass das Virus bereits Mückenpopulationen in der Schweiz erreichen kann.

Fachleute beruhigen: Das Risiko sei nach wie vor gering. Doch mit der Zunahme internationaler Reisen, der Ausbreitung der Tigermücke und heisseren Sommern bereitet sich die Schweiz nun auf Gesundheitsbedrohungen vor, die noch vor wenigen Jahren als exotisch galten.

Der Tessiner Regierungspräsident Claudio Zali steht nach mehreren Vorfällen unter Druck.
Der Tessiner Regierungspräsident Claudio Zali steht nach mehreren Vorfällen unter Druck. Keystone / Ti-Press / Francesca Agosta

Der Tessiner Regierungspräsident Claudio Zali steht in der Kritik, nachdem Tonaufnahmen veröffentlicht wurden, in denen er Gewalt gegenüber einer Frau äussert. Die von Tessiner Medien aufgedeckten Ausschnitte lösten weit über politische Kreise hinaus eine heftige Debatte aus.

In einer der Aufnahmen, deren Echtheit von RSI überprüft wurde, schlägt der Politiker einer Bekannten vor, eine Frau, mit der diese im Streit liegt, «zusammenzuschlagen». Der Austausch fand vor einigen Jahren in einem privaten Kontext statt. Die Veröffentlichung sorgte bei den wichtigsten Parteien des Kantons für Empörung, sie fordern eine öffentliche Erklärung.

Dies kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem Zali bereits durch andere Vorfälle unter Druck steht. Gegen den Lega-Politiker läuft ein Untersuchungsverfahren wegen möglichen Amtsmissbrauchs und versuchter Nötigung.

Angesichts der Häufung der Vorfälle hat er im Einvernehmen mit seinen Regierungskollegen sein Justizdossier vorübergehend abgegeben. Zali selbst prangert unter anderem die Verletzung seiner Privatsphäre an und will Klage einreichen. Im Tessin wirft diese Serie von Vorfällen Fragen über seine politische Zukunft auf.

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