Gala zum 150-Jahre-Jubiläum von Circus Nock
(Keystone-SDA) Bern – Der Circus Nock, der «älteste Zelt-Zirkus der Schweiz», feiert sein 150-jähriges Bestehen. Heute führt in der Manege bereits die achte Generation der Zirkusdynastie Kunststücke vor.
Dies, obschon es immer schwieriger wird, Leute in ein Zirkuszelt zu locken, wie Franziska Nock sagt, Zoo-Verantwortliche beim Zirkus. Die Konkurrenz bei den Freizeitangeboten sei enorm: Internet, Computerspiele, aber auch das Angebot an Konzerten führten dazu, dass das Interesse am Zirkus sinke.
«Selbstverständlich müssen wir deshalb mit der Zeit gehen», sagt Franziska Nock, die sich auf Freiheitsdressur spezialisiert hat, und auch mit Kamelen und Zebras arbeitet. Kostüme und Beleuchtung werden moderner, aber auch der Inhalt wird angepasst.
So sei es früher einfacher gewesen, das Publikum mit Clowns zum Lachen zu bringen. «Heute sind gute Clowns selten», sagt Franziska Nock. Deshalb sei sie besonders glücklich, einen solchen gefunden zu haben. «Clowns gehören zum Zirkus dazu.»
Die Zirkusdynastie blickt heuer auf ihre 150-jährige Geschichte zurück. Den eigentlichen Grundstein legte 1860 Joseph Nock, wie aus dem Jubiläumsheft hervorgeht. Der damals erst 18-Jährige gründete seinen eigenen Zirkus, mit dem er durch die ganze Schweiz zog.
Schon zu dieser Zeit war der Circus Nock ein Unternehmen mit eigenem Orchester und vielen Tieren, der auch in entlegene Alpentäler reiste. Beim Übergang ins 20. Jahrhundert standen vor allem Tricks mit Pferden hoch im Kurs.
Mit dabei war deshalb ein Dresseur, der im Vorfeld per Inserat ein ungewöhnliches Angebot an die Pferdehalter der Region machte, in welcher der Zirkus gastierte. Der Dresseur bot den Bauern an, irgendein Pferd aus dem Stall zu übernehmen, und dieses innert kurzer Zeit zu dressieren. Das Ergebnis wurde dann jeweils an der letzten Vorstellung im Ort vorgeführt.
Zum 150-Jahr-Jubiläum stand eine grosse Gala auf der Berner Allmend auf dem Programm. Zu den geladenen Gästen zählten etwa Trudi Gerster, Silvan Zurbriggen und Ueli Maurer.