Kaiserliche Visite im Schweizer Pavillon
Die Schweiz hat an der Expo 05 im japanischen Aichi hohen Besuch erhalten: Kaiser Akihito und Gattin gaben sich die Ehre.
Die Schweizer Delegation fühlte sich durch den Besuch geehrt und führte das Kaiserpaar durch den Schweizer Pavillons, eine nachgebaute Berglandschaft.
Das kaiserliche Paar weilt für drei Tage auf dem 173 Hektaren grossen Gelände der Weltausstellung, die am 25. März eröffnet wurde.
Der Schweizer Pavillon war die erste Station des kaiserlichen Paares auf seiner Visite. Später besuchte das Paar den deutschen und den ägyptischen Ausstellungsraum. Singapur, China und Kanada werden in den kommenden Tagen folgen.
Lawinensuchgerät und Solarflugzeug
Laut Botschafter Jenö Staehelin, der als Generalkommissär des Schweizer Auftritts waltet, genossen Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko den Besuch sehr. Sie hätten sich die Berglandschaft genau angeschaut und sich viele Gegenstände erklären lassen.
So faszinierte die Kaiserin das Schweizer Lawinensuchgerät, während der Kaiser vor allem das Solarflugzeug von Bertrand Piccard interessierte, mit dem Piccard – nach seiner Weltumrundung im Ballon – den Globus umfliegen will. Der Besuch des Paars im Schweizer Pavillon dauerte denn auch länger als die eingeplanten 30 Minuten.
Sehr zufrieden zeigte sich Staehelin generell mit den bisherigen Besucherzahlen. Inzwischen verzeichne der Schweizer Pavillon über 600’000 Besucherinnen und Besucher. Dies liege klar über den Erwartungen.
Die Schweiz ist eines von 120 Ländern, die an der Expo vertreten sind. Bis jetzt haben über 10 Mio. Personen die Ausstellung besucht.
Dank Basel
Manuel Salchi, der Direktor des Schweizer Pavillons, sagte gegenüber swissinfo, es sei eine grosse Ehre, dass der Schweizer Ausstellungsbeitrag auf dem Programm des kaiserlichen Paares stehe. Die Schweiz geniesse in Japan einen guten Ruf, die gegenseitigen Beziehungen seien ausgezeichnet.
Salchi sagte weiter, möglicherweise sei der Schweizer Pavillon ausgewählt worden, weil Kaiserin Michiko kürzlich Basel besucht habe und dabei von der Stadt und der Schweiz sehr angetan gewesen sei. Dass die Kaiserin alleine nach Basel gereist war, ist in der Geschichte des japanischen Kaiserhauses bislang einzigartig.
Halbzeit
Der Besuch des Kaiserpaars in Aichi kommt ungefähr zu Halbzeit der Ausstellung. Die Expo wird ihre Tore am 25. September schliessen.
Auch der Schweizer Bundespräsident Samuel Schmid hat die Expo und den Schweizer Pavillon bereits besucht. Im Rahmen seines offiziellen Staatsbesuchs in Japan im April.
In der Zeit seit der Eröffnung der Weltausstellung vor rund drei Monaten haben pro Tag rund 6000 Personen den Schweizer Pavillon besucht.
«In den japanischen Medien wurde berichtet, dass das Schweizer Personal des Pavillons sehr gut aussehe. Das dürfte den Besucherstrom erklären», scherzt Manuel Salchi.
Albert und Barry
Die Hülle des Schweizer Pavillons ist eine nachgebaute Bergkette; im Innern dieser Berge befinden sich Ausstellungen zu Themen der Gegenwart, die jedoch jeden Bezug zur Politik vermeiden.
Zwei der ganz populären Ausstellungsstücke sind der Schweizerpass von Albert Einstein (er wird über Nacht in einem Safe sicher verschlossen aufbewahrt) und eine hölzerne Reproduktion von Barry, dem legendären Lawinenhund vom Grossen St. Bernhard-Pass.
Der ganz grosse Knüller in Japan ist jedoch das Schweizer Restaurant. Dort werden lokale Spezialitäten angerichtet. Rösti und Raclette fehlen natürlich nicht.
«Als wir das Restaurant eröffneten, hatten wir Angst mit den Preisen doch etwas zu hoch gegriffen zu haben», sagt Direktor Markus Buri. «Inzwischen sehen wir, dass andere Länder gar teurer sind.»
Im Schweizer Restaurant mit dem logischen Namen «Alpenrose» können bis zu 600 Besucher am Tag ihren Hunger oder ihre kulinarischen Gelüste stillen.
swissinfo und Agenturen
Die Weltausstellung 2005 in Japan dauert sechs Monate: Vom 25. März bis 25. September.
Der Schweizer Pavillon an der Weltausstellung in Aichi heisst «Der Berg». Baukosten: 15 Mio. Fr.
Besucher-Kapazität des Pavillons: 800 Personen pro Stunde.
Bundespräsident Samuel Schmid hat die Expo 2005 am 15. April besucht.
Die erste Weltausstellung fand 1851 in London statt.
Weltausstellungen finden unregelmässig und in 2 Kategorien statt. Die letzten:
1970: Osaka, Japan
1992: Sevilla, Spanien
1998: Lissabon, Portugal (2. Kategorie)
2000: Hannover, Deutschland
2005: Aichi, Japan
Die nächste Weltausstellung ist 2010 im chinesischen Schanghai geplant.
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