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Korruptions-Affäre Strafverfahren gegen FIFA-Präsident eröffnet



Sepp Blatter an einer Pressekonferenz zu einem Fussballturnier im Kanton Wallis, das seinen Namen trägt.

Sepp Blatter an einer Pressekonferenz zu einem Fussballturnier im Kanton Wallis, das seinen Namen trägt.

(Keystone)

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat gegen den abtretenden Präsidenten des Fussball-Weltverbands FIFA, Sepp Blatter, ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie wegen eventueller Veruntreuung eröffnet. Dies teilte die Bundesverwaltung mit.

Es bestehe einerseits der Verdacht, dass FIFA-Präsident Blatter am 12. September 2005 mit der Caribbean Football Union (deren Präsident Jack Warner war, gegen den wegen betrügerischer Machenschaften ermittelt wird) einen für die FIFA ungünstigen Vertrag abgeschlossen habe, heisst es in der Mitteilung der Bundesbehörden.

Andererseits bestehe der Verdacht, dass Blatter auch bei der Umsetzung des Vertrags in Verletzung seiner Treuepflichten gegen die Interessen der FIFA respektive der FIFA Marketing & TV AG verstossen habe.

Zudem wird Joseph Blatter eine "treuwidrige Zahlung" von 2 Millionen Franken im Februar 2011 an Michel Platini, Präsident des Europäischen Fussballverbands UEFA, zu Lasten der FIFA vorgeworfen, angeblich für "zwischen Januar 1999 und Juni 2002 geleistete Dienste".

Einvernahme

Sepp Blatter sei am 25. September 2015 von Vertretern der Schweizer Bundesanwaltschaft im Anschluss an eine Sitzung des Exekutivkomitees der FIFA "als Beschuldigter einvernommen" worden, heisst es weiter. Gleichzeitig hätten Vertreter der Bundesanwaltschaft Platini als Auskunftsperson einvernommen.

Die Bundesanwaltschaft führte zudem gleichentags mit Unterstützung der Bundeskriminalpolizei (BKP) eine Hausdurchsuchung bei der FIFA in Zürich durch. Dabei wurde auch das Büro des FIFA-Präsidenten durchsucht und Datenmaterial sichergestellt.

Vor einer Woche suspendierte die FIFA ihren Generalsekretär Jérôme Valcke, die rechte Hand Blatters. Der Vorwurf: Er habe geplant, sich beim Verkauf von WM-Tickets zu bereichern.

Zwei Verfahren

Gegenwärtig laufen zwei Verfahren gegen die FIFA, in den USA und in der Schweiz: Das Schweizer Verfahren kreist um die Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 in Russland und Katar, das amerikanische rund um Medien-, Marketing- und Sponsoring-Rechte für Fussballturniere in den USA sowie in Lateinamerika.

Im Visier der amerikanischen Justiz stehen frühere und amtierende Spitzenfunktionäre der FIFA, darunter die einstigen Vizepräsidenten Jeffrey Webb und Jack Warner. Insgesamt gibt es laut US-Justizministerin und Generalbundesanwältin Loretta Lynch mittlerweile 14 Verdächtige, wovon 13 verhaftet worden seien; 10 in der Schweiz und anderen Ländern, drei in den USA.

Die Bundesanwaltschaft betont, dass für Blatter, wie für alle Beschuldigten, die Unschuldsvermutung gelte.

Die FIFA bestätigte in einem ersten Statement den Besuch der Bundesanwaltschaft am FIFA-Hauptsitz und betonte, seit Beginn der Untersuchungen mit den Behörden zu kooperieren.

swissinfo.ch und Agenturen

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