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Grosser Rat hält Abklärungen zu Insel-IT-System für ausreichend

Keystone-SDA

Der bernische Grosse Rat hat am Montag einen Vorstoss abgelehnt, der eine Untersuchung zu den Mehrkosten bei der Einführung eines neuen IT-Systems am Berner Inselspital verlangt hatte. Abklärungen seien bereits angestossen, hiess es von Seiten der Geschäftsprüfungskommission.

(Keystone-SDA) Der Regierungsrat wolle das Klinikinformationssystem Epic dereinst flächendeckend einführen, erklärte Vorstösser Casimir von Arx (GLP). Dies kommt einem staatlich angeordneten Monopol gleich. Da gelte es sehr genau hinzuschauen und Transparenz einzufordern.

Die Ausführungen des Regierungsrats würden sich wie «ein Werbeprospekt zu Epic» lesen. «Dem Regierungsrat fehlt offenbar die objektive Distanz zur Sache», kritisierte von Arx. Deshalb brauche es eine gewissenhafte Aufklärung der Mehrkosten.

Unabhängigkeit nicht antasten

Die Geschäftsprüfungskommission wies in ihrer Antwort auf den Vorstoss darauf hin, dass sie einen ihrer Ausschüsse bereits mit Abklärungen beauftragt habe. Der Vorstoss sei damit überflüssig. Die von von den Vorstossenden aufgeworfenen Fragen würden angegangen.

Sie hielt zudem fest, dass sie die Schwerpunkte ihrer Prüftätigkeit grundsätzlich selber festlege. Ein Auftrag per Motion sollte nur in Ausnahmefällen erteilt werden.

In der Ratsdebatte betonten verschiedene Votanten, darunter Bruno Vanoni (Grüne), dass mit solchen Aufträgen aus dem Parlament die Gefahr bestehe, dass die Geschäftsprüfungskommission instrumentalisiert und Abklärungen verpolitisiert würden.

Der Rat lehnte das Postulat schliesslich mit 93 zu 58 Stimmen bei einer Enthaltung ab.

Mitte Februar hatte die Insel Spitalgruppe bekannt gegeben, dass die Gesamtkosten für das neue IT-System Epic höher ausfallen als erwartet. Sie belaufen sich neu auf 182,5 Millionen Franken. Dazu kommen bis 2032 nochmals 45 Millionen Franken für Betrieb und Wartung.

Laut Insel Gruppe gibt es für die Mehrkosten mehrere Gründe. So wurde die Mehrwertsteuer hinzugerechnet, zusätzliche Module wurden im Lauf der Einführung gekauft, und die Zahl der Fälle und der Nutzenden stieg an.

Die Insel Gruppe hat das aus den USA stammende Klinikinformationssystem Epic im März 2024 eingeführt. Damit wurden mehr als 50 bestehende, teils stark veraltete klinische Systeme abgelöst.

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