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SÃO PAULO (awp international) - Die brasilianische ThyssenKrupp-Tochter CSA ist wegen eines wiederholten Umweltverstosses im neuen Stahlwerk in Rio de Janeiro mit saftigen Geldbussen und Entschädigungszahlungen belegt worden. Neben der Strafe von 2,8 Millionen Reais (1,26 Millionen Euro) muss CSA eine Kompensation von 14 Millionen Reais (6,3 Millionen Euro) zahlen, mit der Projekte zur Verbesserung der Lebensqualität der Anwohner finanziert werden sollen. Das verkündete der regionale Umweltminister des Bundesstaates Rio de Janeiro, Carlos Minc, in einer Pressemitteilung, über die lokale Medien am Donnerstag berichteten.
Mit den Kompensationszahlungen sollen unter anderem Drainagen zu Entwässerung gelegt, Strassen asphaltiert und eine Familienklinik errichtet werden. Zusätzlich muss das Stahlwerk eine Umweltprüfung über sich ergehen lassen, die vom Konkurrenten Uniminas durchgeführt wird. Zudem sollen Kameras installiert werden, deren Bilder direkt an die Umweltbehörde von Rio gehen. "Das wird unser grünes Auge auf die CSA sein, damit wir nicht noch einmal aufgrund fehlender Information überrascht werden", sagte Minc, der von 2008 bis März 2010 Bundesumweltminister im Kabinett von Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva war.
Minc betonte, das Ergebnis der Umweltprüfung sei eine Bedingung für die noch ausstehende endgültige Betriebserlaubnis des Werkes, das im vorigen Sommer in Betrieb ging. Anwohner des benachbarten Ortes Santa Cruz hatte sich Ende Dezember erneut wegen Graphitstaubemissionen beschwert. Zu der Luftverschmutzung kam es, weil Roheisen in ein Abkühlbecken auf freiem Gelände gegossen werden musste. Ähnliche Probleme gab es bereits im Juli, worauf Rios staatliche Umweltbehörde (INEA) die CSA mit einer Geldbusse von 1,8 Millionen Reais (rd. 814.000 Euro) belegte.
Das Stahlwerk in Brasilien ist mit einem Investitionsvolumen von 5,2 Milliarden Euro das bisher grösste Projekt des deutschen ThyssenKrupp-Konzerns. Im Vollbetrieb sollen jährlich fünf Millionen Tonnen Stahl produziert werden. Allerdings wurde das Werk infolge der Umweltverstösse zu einer 30-prozentigen Reduzierung der Leistung verpflichtet. An der CSA ist Brasiliens Eisenerzkonzern Vale mit 26,87 Prozent beteiligt./hr/DP/stb

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