IKRK: Täter weiter unbekannt

Das IKRK hat die Aktivitäten in der Region unterbrochen, von Rückzug ist aber nicht die Rede. Keystone

Die Täter des Massakers, bei dem am Donnerstag im Kongo sechs Mitarbeitende des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) ermordet wurden, sind weiterhin unbekannt. Die Leiche der Schweizerin soll am Montag nach Genf überführt werden.

Dieser Inhalt wurde am 29. April 2001 - 17:37 publiziert

"Wir verfügen über keine Informationen, um die eine oder andere Seite zu beschuldigen", sagte IKRK-Sprecher Juan Martinez am Wochenende. Das IKRK beabsichtige, mit allen vertretenen Seiten zu sprechen, um Klarheit zu erlangen.

Die verstümmelten Leichen der Mitarbeitenden des IKRK waren am Donnerstag (26.04.) von der ugandischen Armee auf einer Strasse im äussersten Nordosten der Demokratischen Republik Kongo entdeckt worden. Sie seien mit der blanken Waffe getötet worden, hätten aber auch Schusswunden, sagte Martinez. Es gebe keine Augenzeugen für die Tat.

Trauerfeier in Genf

Die Leichen der 36-jährigen Schweizer Krankenschwester und des 54-jährigen Kolumbianers wurden nach Goma und dann nach Nairobi gebracht. Der Kolumbianer wird in Nairobi eingeäschert, wo er lebte. Die vier kongolesischen Opfer waren in der Umgebung von Bunia wohnhaft und werden dort beigesetzt.

Die sterblichen Überreste der Schweizerin werden am Montag nach Genf übergeführt. Im Laufe der Woche wird das IKRK in Genf eine Trauerfeier durchführen, an der die ganze Belegschaft des IKRK teilnehmen soll.

Präzisierung von Rebellenchef

Die Armee Ugandas wies am Samstag Vorwürfe der kongolesischen Regierung zurück, in das Massaker verwickelt gewesen zu sein. In der Region sind Truppen Ugandas stationiert, die laut den Vorwürfen die "Hauptverantwortlichen" des Massakers sind. Der Chef der in der Region aktiven und von Uganda unterstützten Rebellen, Pierre Bemba, erklärte der Nachrichtenagentur AFP, etwa 120 ugandische und kongolesische Armeeangehörige seien in die Gegend des Massakers geschickt worden, um nach den Tätern zu suchen.

Die beiden IKRK-Fahrzeuge seien in Brand gesteckt worden. Die sechs Leichen seien schwer verstümmelt worden, sagte Bemba weiter. Nachdem das IKRK den Generalstab der Rebellen der Kongolesischen Befreiungsfront (FLC) von Bemba über das Massaker informiert habe, hätten die Soldaten die Suche nach den Tätern aufgenommen.

Aktivitäten vorläufig unterbrochen

Das IKRK hatte am Freitag entschieden, seine Aktivitäten in der Region, wo der Überfall stattfand, zu unterbrechen. Ein Rückzug wurde jedoch nicht erwogen. Das IKRK werde alle Verantwortlichen in der Region befragen, bevor eine Entscheidung über das weitere Vorgehen falle, sagte Martinez weiter. Dabei bestehe das IKRK auf Sicherheitsgarantien. Die Region, wo die IKRK-Mitarbeiter ermordet wurden, wird von Bembas Befreiungsfront kontrolliert. Allerdings bekämpfen sich dort auch die beiden verfeindeten Volksgruppen der Hema und der Lendu. In den Gebieten Kongos, die von den kongolesischen Regierungstruppen kontrolliert werden, setzt das IKRK seine Tätigkeit normal fort.

swissinfo und Agenturen

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