Im Kanton Schwyz dürfen erneut junge Wölfe geschossen werden
Ein Teil des Nachwuchses des einzigen im Kanton Schwyz lebenden Wolfsrudels soll auch dieses Jahr beseitigt werden. Die Behörden wollen mit Abschüssen die Grösse des Rudels verkleinern, Schäden an Nutztieren verhindern und die Scheu des Wolfs vor Menschen erhalten.
(Keystone-SDA) Bei dem Rudel handelt es sich um das sogenannte Chöpfenbergrudel, das im Wägital lebt. Dieses Jahr seien mindestens sechs Welpen nachgewiesen worden, teilte das Amt für Wald und Natur am Donnerstag mit. Maximal zwei Drittel der Jungwölfe dürften erlegt werden.
Die Wolfsregulierung, die vom 1. September 2026 bis am 31. Januar 2027 dauert, wurde gemäss der Mitteilung vom Bundesamt für Umwelt bewilligt. Durchgeführt wird sie von der kantonalen Wildhut, die zur Unterstützung speziell ausgebildete Jäger beiziehen kann.
Das Amt für Wald und Natur weist in der Mitteilung darauf hin, dass sich die Zahl der Wolfsrudel in der Schweiz innerhalb von zehn Jahren von drei auf 40 erhöht habe. Im Kanton Schwyz wurde erstmals 2025 ein Wolfsrudel nachgewiesen. Darauf wurden drei von fünf Jungwölfen zum Abschuss freigegeben und erlegt.
«Unauffälliges Rudel»
Die Wolfsschutzorganisation CHWolf hat in einer Mitteilung die bewilligten Abschüsse kritisiert. In ihrer Darstellung ist das Chöpfenbergrudel ein unauffälliges Rudel, das seine Scheu vor den Menschen nicht eingebüsst und keine nachweisbaren Schäden verursacht habe.
Eine Regulierung sei somit nicht nötig, erklärte CHWolf. Mögliche Schäden könnten mit Herdenschutzmassnahmen verhindert werden. Ein Abschuss, nur um den Bestand zu begrenzen, sei rechtlich nicht vorgesehen.