Indonesiens Notenbankchef tritt überraschend zurück
(Keystone-SDA) Der Gouverneur der indonesischen Zentralbank, Perry Warjiyo, ist überraschend zurückgetreten. Präsident Prabowo Subianto habe den Rücktritt aus persönlichen Gründen akzeptiert, teilte die Regierung am Montag mit. Warjiyos zweite Amtszeit hätte eigentlich bis 2028 gedauert. Übergangsweise übernimmt Vizegouverneurin Destry Damayanti die Leitung der Notenbank.
Der Rücktritt erfolgt in einer wirtschaftlich schwierigen Phase. Die Landeswährung Rupiah steht wegen der gestiegenen Energiepreise infolge des Nahostkriegs unter Druck und hat seit Beginn des Konflikts laut Bloomberg rund 7 Prozent zum US-Dollar verloren. Die Zentralbank hat ihren Leitzins seit Jahresbeginn um insgesamt einen Prozentpunkt auf 5,75 Prozent angehoben.
Ökonomen sehen in dem überraschenden Abgang ein Risiko für das Vertrauen der Anleger. Zwar hätten Börse und Währung zunächst kaum reagiert. Der Rücktritt könnte jedoch die politische Unsicherheit erhöhen und die Rupiah sowie die Wirtschaft insgesamt belasten. Entscheidend werde nun sein, wer Warjiyo nachfolgt. Erfahrung und Glaubwürdigkeit seien angesichts des schwierigen Umfelds besonders wichtig.
Indonesien leidet zudem unter steigender Inflation, höheren Energiekosten und einer schwachen Börse. Der Aktienmarkt hat seit Jahresbeginn rund ein Drittel an Wert verloren.