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MÜNCHEN (awp international) - Der spanische Baukonzern ACS ist nach Einschätzung eines Experten durch das Überschreiten der 30-Prozent-Marke bei den Hochtief-Anteilen in einer komfortablen Situation. "Das ist nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern auch ein psychologisch wichtiger Sieg für ACS", sagte Rechtsanwalt und Übernahme-Experte Alexander Thomas von der Kanzlei Mayrhofer und Partner in München der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Nun könne ACS "in aller Ruhe" weitere Hochtief-Aktien bis zum Erreichen der Mehrheit zukaufen, weil die Spanier nun nicht mehr zur Abgabe eines kostspieligen Pflichtangebots verpflichtet sind.
Rechtsanwalt Thomas rechnet damit, dass der spanische Konzern in den kommenden zwölf Monaten zwischen 40 und 50 Prozent von Hochtief übernehmen kann. Entscheidend sei hier, wie sich der Aktienkurs von Hochtief entwickelt. Der spanische Konzern peilt die Übernahme einer knappen Mehrheit an dem grössten deutschen Bauunternehmen an. "ACS wird darauf spekulieren, dass der Aktienkurs von Hochtief sinkt, um weitere Aktien von Hochtief günstig erwerben zu können, während der Vorstand von Hochtief vermutlich versuchen wird, den Aktienkurs hoch zu halten, um den Anteilsausbau auf Seiten von ACS zu erschweren."
Auch der Versuch, weitere Anteile an Hochtief direkt von Aktionären zu erwerben, könnte die Spanier teuer zu stehen kommen. "Wenn ACS innerhalb eines Jahres ausserhalb der Börse weitere Aktien an Hochtief zu einem höheren Preis als im Rahmen des Übernahmeangebots angeboten bekommt, muss der Konzern allen Aktionären von Hochtief, die das Angebot angenommen haben, die Differenz ausbezahlen", erklärte Thomas. Innerhalb des am 29. Dezember ausgelaufenen Angebots hatte ACS neun eigene Anteile für fünf Hochtief-Aktien geboten.
Eine laut Medienberichten von Hochtief geplante Klage wegen angeblich illegaler Absprachen zwischen ACS und dem amerikanischen Investor Southeastern Asset Management, der Anteile an den Spaniern und den Deutschen hält, würde Thomas für eher aussichtslos halten. Mitte Dezember hatte Southeastern angekündigt, mit rund zwei Millionen Hochtief-Aktien die Hälfte seines Bestands abgeben zu wollen. Sollte Hochtief wirklich rechtliche Schritte anstreben, wäre das "ein Klammern an den letzten Strohhalm", sagte der Rechtsanwalt. "Mir ist kein einziger Fall bekannt, in dem ein von der Börsenaufsicht gebilligtes Angebot nachträglich für unzulässig erklärt worden wäre."
Allerdings sieht der Experte auch andere Möglichkeiten für Hochtief, ACS das Leben schwer zu machen. "Da ACS im Rahmen des Übernahmeverfahrens nach Ablauf der Annahmefrist die Schwelle von 30 Prozent nur knapp überschritten hat, könnte der Vorstand von Hochtief versuchen, durch eine weitere Kapitalerhöhung die Beteiligung von ACS erneut unter die Schwelle von 30 Prozent zu senken", sagte Thomas. Danach müssten die Spanier bei erneutem Erreichen der 30-Prozent-Schwelle ein Pflichtangebot abgeben.
Anfang Dezember hatte das Essener Unternehmen das Emirat Katar als neuen Grossaktionär gewonnen und damit den ACS-Anteil an Hochtief von 29,98 Prozent zwischenzeitlich auf 27,25 Prozent gedrückt. "Bislang liegen allerdings keine Anhaltspunkte für eine erneute Kapitalerhöhung vor", betonte der Anwalt./alg/zb/tw

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