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IPO/Softwarehaus Infor sieht sich für Börsengang gerüstet

MÜNCHEN (awp international) – Das US-Softwarehaus Infor treibt Pläne für den zwischenzeitlich auf Eis gelegten Börsengang wieder voran. «Wir haben den IPO stärker auf der Agenda», sagte Infor-Chef Jim Schaper «Euro am Sonntag». Das Unternehmen habe die Voraussetzungen dafür geschaffen: «Wir sind bereit.» Die Erstnotiz sei in einem Zeitraum von «zwölf bis 18 Monaten möglich». Aus informierten Kreisen heisst es, man peile die Erstnotiz «noch im laufenden Jahr an». Dazu wollte sich der Infor-Chef jedoch nicht äussern.
Schaper sagte, für einen möglichen Börsengang müssten mehrere Bedingungen erfüllt sein. Dazu gehöre ein «geeignetes Marktumfeld» sowie ein «wachsendes Lizenzgeschäft». Ausserdem hänge das Vorhaben auch von möglichen Akquisitionen ab. Nach den Vorgaben der US-Börsenaufsicht SEC dürfen Zukäufe eine bestimmte Grösse nicht überschreiten, ohne dass der aufwändige Antrag auf Börsenzulassung komplett überarbeitet werden müsste.
SCHULDENABBAU
Zu den finanziellen Eckpfeilern eines möglichen Börsengangs sagte Schaper, weder das Management noch die Grossaktionäre würden Anteile abgeben. Derzeit hält die US-Risikokapitalgesellschaft Golden Gate 80 Prozent an Infor, die übrigen 20 Prozent liegen jeweils zur Hälfte bei dem US-Investor Summit Partners sowie den Infor-Mitarbeitern. Der Emissionserlös solle «ausschliesslich dem Unternehmen zugute kommen», kündigte Schaper an.
Das Geld könne zur Reduzierung der Schulden eingesetzt werden oder für weitere Akquisitionen. Aktuell liege die Netto-Verschuldung unter «unter vier Milliarden Dollar», sagte der Infor-Chef unter Verweis auf die zahlreichen Akquisitionen der vergangenen Jahre. Im Vorjahr habe man das niedrige Zinsniveau genutzt und den Zinsaufwand um «rund 60 Prozent» gesenkt. Der Steueraufwand sei gering. Zugleich verfüge Infor über freie Mittelzuflüsse von «über 400 Millionen Dollar» pro Jahr.
LIZENZUMSATZ SOLL IM 2. HALBJAHR WIEDER ANZIEHEN
Infor bietet Software zur Steuerung unternehmensinterner Prozesse (ERP) und steht damit im Wettbewerb zu Oracle oder SAP. Der US-Softwareanbieter hatte einen Börsengang zuletzt für 2009 angepeilt. Doch angesichts des Einbruchs an den Aktienmärkten und der Wirtschaftskrise musste der Konzern die IPO-Pläne im Vorjahr zurückstellen.
Für das laufende Geschäftsjahr (31. Mai) rechnet das Unternehmen laut Schaper mit einem Umsatz von «über zwei Milliarden Dollar» und einer operativen Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von «29 bis 30 Prozent». Dies läge auf dem Niveau von SAP. Für die zweite Jahreshälfte des Geschäftsjahres sollen die Lizenzerlöse wieder anziehen. «Wir gehen von einem Plus von fünf bis zehn Prozent aus,» sagte er./fn

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