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Tokio (awp/sda) - Noch mehr als 30 Kilometer vom Katastrophen-AKW Fukushima entfernt ist eine deutlich erhöhte Strahlenbelastung festgestellt worden. Die Strahlung nordwestlich der havarierten Anlage lag bei 170 Microsievert am Donnerstag und 150 Microsievert am Freitag.
Die höchste Belastung lag dabei in einer Zone, die bisher nicht evakuiert worden ist, wie das japanische Wissenschaftsministerium mitteilte. Die Menschen hier wurden lediglich aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben.
Nach Expertenmeinung nehmen Menschen bei der gemessenen Belastung innerhalb von sechs bis sieben Stunden so viel Strahlung auf, wie sonst innerhalb eines Jahres gerade noch verträglich wäre.
Die Strahlung direkt am Reaktor ist um ein Vielfaches höher: Erst am Donnerstag hatten die Betreiber nach eigenen Angaben wieder 400 Millisievert am Block 3 gemessen. Ein Millisievert sind 1000 Mikrosievert.
Die japanische Regierung hat den Umkreis von 20 Kilometern um das Kraftwerk evakuiert. Wer bis zu 30 Kilometer entfernt lebt, soll im Innern von Häusern bleiben.
Ministerpräsident Naoto Kan erklärte an einer live im Fernsehen übertragenen Medienkonferenz, Japan stehe vor der grössten Krise der Nachkriegszeit. Als Antwort würden alle verfügbaren Kräfte gebündelt.
Er wehrte sich gegen die Kritik, Informationen über die Lage im Krisen-AKW Fukushima 1 zurückzuhalten. Die Regierung habe alle ihr zur Verfügung stehenden Informationen veröffentlicht.
Kan sagte mit Tränen in den Augen, obwohl Japan ein kleines Land sei, habe es ein grosses Wirtschaftswachstum erreicht. Dieses Land sei mit der Kraft aller Menschen aufgebaut worden. Es werde sich von dieser Katastrophe nicht unterkriegen lassen. Die Menschen dürften nicht pessimistisch sein: "Wir werden Japan neu aufbauen."
Dabei wünsche er, dass jeder Einzelne überlege, was er beitragen könne. Die Lage im Krisen-AKW Fukushima 1 bezeichnete er als sehr ernst: Sie werde aber "in nicht weiter Ferne" unter Kontrolle gebracht und überwunden.
Südkorea will seine Landsleute in Japan notfalls mit Militärflugzeugen und Kriegsschiffen heimholen, sollte sich die Atomreaktorkrise im Nachbarland weiter verschärfen.
Falls sich die Lage verschlechtere und eine Notevakuierung nötig scheine, werde die Regierung "alle Mittel" ergreifen, um die Ausreise der Landsleute zu ermöglichen, sagte Vizeaussenminister Min Dong Seok am Freitag vor Reportern in Seoul. Dazu gehöre die Bereitstellung von Charterflugzeugen, Militärtransportmaschinen, Küstenwach- und Marineschiffen.
Die Regierung in Seoul rief zugleich die Südkoreaner in Japan auf, sich so weit wie möglich von dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1 an der Ostküste zu entfernen. Nach Angaben des Aussenministeriums in Seoul sind mehr als 900'000 Koreaner in Japan.

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