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Jungsteinzeitliches Dorf in Biel fiel Sturm zum Opfer

Ein neolithisches Dorf in Biel wurde Opfer eines Sturms
Die neolithische Siedlung in Biel/Bienne wurde von einem Sturm heimgesucht. Keystone-SDA

Auf dem Areal des neuen Fachhochschulcampus in Biel stiessen Archäologen 2018 auf die gut erhaltenen Überreste eines jungsteinzeitlichen Dorfes. Die Siedlung bestand nur knapp fünf Jahre, bevor sie vor 5860 Jahren von einem heftigen Westwindsturm mit Überschwemmungen verwüstet wurde, wie neuste Erkenntnisse zeigen.

(Keystone-SDA) Das Dorf fügt sich wegen seiner äusserst kurzen, aber gut fassbaren Geschichte als ein besonders spektakuläres Beispiel einer Seeufersiedlung aus der Jungsteinzeit in das reiche archäologische Erbe der Dreiseenregion ein, wie die kantonale Bildungs- und Kulturdirektion am Freitag mitteilte.

Die Archäologen konnten anhand von Bauhölzern den Plan eines Dorfes mit 23 Häusern rekonstruieren. Ausgehend von einer Gebäudereihe entwickelte sich das Dorf auf zwei Seiten weiter. Zum See hin wurden später hölzerne Wellenbrecher eingeschlagen.

Im Sommer 3838 vor Christus zerstörte ein Sturm das Dorf fast vollständig. Laut Mitteilung gelingt es in der Archäologie nur selten, solche Einzelereignisse nachzuweisen. In den folgenden Monaten versuchten die Menschen noch, die Siedlung wiederaufzubauen, ehe sie sie ganz verliessen.

Neben der Baugeschichte lieferten die Funde auch wertvolle Details aus dem Alltag der Menschen, etwa zur Herstellung von Keramikgefässen oder Werkzeugen.

Die Bewohnerinnen und Bewohner führten auch Waren und Gewohnheiten von weit her ein, etwa aus der Zentralschweiz oder der Provence. Die neuesten Erkenntnisse zu der Ausgrabung liegen nun in Buchform vor. Am 23. April findet im Neuen Museum in Biel eine öffentliche Buchpräsentation statt.

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