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K+S sieht Chancen für Pipeline-Plan schwinden

KASSEL/ERFURT (awp international) – Der Kali-Konzern K+S hält eine Laugenpipeline zur Nordsee nach dem Nein des niedersächsischen Landtags für immer unwahrscheinlicher. Eine politische Einigung auf dieses Projekt sei für das Unternehmen eine entscheidende Voraussetzung gewesen, sagte Unternehmenssprecher Ulrich Göbel am Freitag. «Den Konsens sehen wir nicht.» Nach seiner Ansicht seien mit dem bisherigen technischen Stand und einem zusätzlichen Massnahmenplan des Unternehmens die Möglichkeiten zum Schutz der Werra vor Versalzung ausgeschöpft. Weitere Alternativen gebe es nicht. «Die Forderung nach einer rückstandsfreien Kali-Produktion ist nicht erfüllbar.»
Der niedersächsische Landtag hatte sich am Mittwoch mit grosser Mehrheit gegen den Bau einer Abwasser-Pipeline in die Nordsee ausgesprochen. Stattdessen soll der verursachende Düngemittelhersteller K+S den besten internationalen Stand der Technik zur Entsorgung seiner salzhaltigen Laugen anwenden. K+S leitet jährlich 14 Millionen Kubikmeter Salzlauge aus der Kali- Produktion im Werra-Revier in die Werra und in den Untergrund. Der Pipeline-Plan galt vor allem in Thüringen als Variante, um die Salzbelastung der Werra zu verringern. Im Thüringer Werk von K+S in Unterbreizbach arbeiten rund 750 Beschäftigte. Wegen der Absatzkrise für Kalidünger plant das Unternehmen auch in diesem Jahr dort Kurzarbeit.
K+S kündigte für die kommende Woche Hubschrauberflüge in der Region zwischen Bad Hersfeld und Bad Salzungen im Rahmen eines laufenden Messprogramms an. Durch Ergebnisse zum magnetischen Feld im Boden liessen sich Aufschlüsse über hydrogeologische Gegebenheiten im Untergrund gewinnen. Solche Messungen per Hubschrauber habe es bereits 2008 und 2009 gegeben. Sie gehörten zum routinemässigen Überwachungsprogramm und seien nicht Teil eines Genehmigungsverfahrens, sagte Göbel.
ct/DP/tw

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