Kanton Bern beantragt Kredit für Verlegung des Brienzer Milibachs
Der Milibach in Brienz soll gegen Westen verlegt werden, um das Dorf besser vor Unwetterschäden zu schützen. Der Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat einen Kredit von 12,75 Millionen Franken. Mit den Mitteln unterstützt der Kanton die stark belastete Brienzer Schwellenkorporation.
(Keystone-SDA) Diese ist seit mehreren Jahren wegen grosser Unwetterschäden und zwingend notwendiger Hochwasserschutzprojekte finanziell stark beansprucht. Von den steilen Hängen des Brienzergrates fliessen mehrere Bergbäche durch Brienz: der Trachtbach, der Glyssibach, der Lammbach, der Schwanderbach und eben der Milibach.
In der Vergangenheit traten sie immer wieder über die Ufer und sorgten für Zerstörung. Die Bevölkerung versuchte, so gut es ging, mit wasser- und forstbaulichen Massnahmen Gegensteuer zu geben. Gleichzeitig dienten die Bäche der Bevölkerung aber auch etwa zum Betrieb von Mühlen. Davon zeugt letztlich auch der Name Milibach, also Mühlenbach.
Millionenschwere Projekte
In jüngerer Vergangenheit kam es etwa 2005 am Glyssibach nach intensiven Regenfällen zu einer Schlammlawine. Sie zerstörte über 20 Häuser, zwei Personen kamen ums Leben. Nach der Katastrophe wurden umfangreiche Schutzmassnahmen getroffen und das Bachbett stark verbreitert. Rund 80 Millionen Franken wurden investiert.
Im August 2024 verwüstete eine Gerölllawine das Gebiet am Milibach. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Zahlreiche Gebäude wurden zum Teil stark beschädigt. Unmittelbar nach dem Unwetter wurden Sofortmassnahmen im Umfang von gegen zwei Millionen Franken ergriffen und ein grosses Wasserbauprojekt für einen besseren Schutz des betroffenen Dorfteils angestossen.
Für die Verlegung des Bachs müssen voraussichtlich mehrere Gebäude, darunter mindestens ein Wohnhaus, abgerissen werden. Die Eigentümerschaft hat dem Verkauf zugestimmt.
Geld fehlt
Nun fehlt der Schwellenkorporation aber Geld, um das Land für die Milibachverlegung zu erwerben und den Wasserbauplan zu projektieren, wie aus der Mitteilung des Kantons hervorgeht. Um die Gemeinde Brienz zu unterstützen, beantragt der Regierungsrat – ausnahmsweise bereits gestützt auf eine Kostenschätzung – einen Verpflichtungskredit. Der Betrag entspricht etwas mehr als der Hälfte der geschätzten Kosten.
Damit erhalte die Schwellenkorporation rechtzeitig die nötigen Mittel, heisst es in der Mitteilung vom Donnerstag weiter.