Kantonsspital Baden AG setzt auf Avatare in Videos
Im Kantonsspital Baden AG übernehmen bald KI-gestützte Avatare in Videos die Kommunikation mit Patientinnen und Patienten. Das helfe ihnen, Behandlungen besser zu verstehen und entlaste das Personal, teilt das Spital mit. Es sei eines der ersten Spitäler der Schweiz mit diesem Schritt.
(Keystone-SDA) In den KI-gestützten Videos sollen nebst Avataren auch grafische Elemente vorkommen. Unter Avatar versteht das Spital «ein digitales Abbild einer Person» mit realistischer Sprache und Mimik.
So entstünden «leicht verständliche Inhalte», die medizinisches Wissen anschaulich vermitteln und den Zugang zu wichtigen Informationen erleichtern würden, teilte das Kantonsspital Baden (KSB) in einer Medienmitteilung am Mittwoch mit.
Am Spital in Baden sei der Bedarf an Dolmetschleistungen – besonders in Ukrainisch, Türkisch, Russisch, Portugiesisch und Italienisch – gross. Auch hier würden die Avatar-Videos ansetzen, da sie leicht in verschiedene Sprachen übersetzt werden könnten.
Das Kantonsspital arbeite für die Videos mit einem in London ansässigen KI-Unternehmen zusammen, das in Zürich kürzlich ein Büro eröffnet habe.
Darstellung nur mit Zustimmung
Gerade im Gesundheitswesen seien Informationen oft komplex und für Patientinnen und Patienten nicht immer einfach verständlich, erklärt das Spital die Gründe für das Einführen der Videos.
Gleichzeitig bestünden rund 80 Prozent der Inhalte im Internet aus textbasierten Dokumenten, obwohl laut Umfragen 94 Prozent der Nutzer Videoformate bevorzugen würden.
Digitale Darstellungen realer Personen würden jedoch nur mit deren Zustimmung erstellt, betont das KSB in der Mitteilung. Es dürfe keine Täuschung entstehen.
Das Kantonsspital Baden behandelte im vergangenen Jahr 23’913 Patientinnen und Patienten stationär und 385’212 Personen ambulant. Die KSB AG gehört dem Kanton Aargau und beschäftigt über 3600 Mitarbeitende.