Klimawandel verschiebt Europas Weinbaugebiete
Der Klimawandel verändert die Anbaubedingungen für Wein in Europa grundlegend. Laut einer Studie verschieben sich geeignete Gebiete nach Norden und in höhere Lagen. Gleichzeitig dürfte der zunehmende Krankheitsdruck das Potenzial neuer Anbauzonen einschränken.
(Keystone-SDA) Die Studie unter Mitwirkung von Forschenden der Universität Genf hat die zukünftige Entwicklung des europäischen Weinbaus anhand von sogenannten Klimaanalogen untersucht, wie die Autoren im Fachjournal «Agricultural and Forest Meteorology» schrieben. Bei diesem Ansatz verglichen die Forschenden das zukünftige Klima von Weinbauregionen mit bereits heute existierenden Zonen mit ähnlichen Bedingungen.
Die Untersuchung basierte auf sechs bioklimatischen Indizes, die sowohl die Wachstumsbedingungen der Reben als auch die Risiken durch Pflanzenkrankheiten wie Falschen und Echten Mehltau sowie die Goldgelbe Vergilbung abbilden.
Die Ergebnisse zeigten gegensätzliche Entwicklungen: Durch den Temperaturanstieg verlagerten sich die für den Weinbau geeigneten Gebiete tendenziell nach Norden und in höhere Lagen.
Zahlreiche Regionen in Südeuropa könnten für den Anbau künftig zu heiss und zu trocken werden. Gleichzeitig führten feuchtigkeitsbedingte Krankheiten je nach lokalen Gegebenheiten zu Verschiebungen in Richtung Osten oder Westen.
Krankheiten können Potenzial begrenzen
Den Forschenden zufolge dürften die Risiken durch Pflanzenkrankheiten in vielen Regionen zunehmen. So werde das Auftreten von Falschem und Echtem Mehltau in Mittel- und Nordeuropa voraussichtlich häufiger. Die Goldgelbe Vergilbung könnte sich auf neue Gebiete ausbreiten. Selbst wenn kühlere, nördlichere Regionen klimatisch für den Weinbau geeigneter würden, könnte ein steigender Krankheitsdruck ihr Potenzial stark begrenzen.
Berggebiete böten zwar ausgewogenere klimatische Bedingungen, ihre Bewirtschaftung sei jedoch aufwendig und kostspielig. Die Anpassung an die neuen Gegebenheiten werde daher vor allem über die Auswahl geeigneter Rebsorten und angepasste Anbaumethoden erfolgen müssen. In manchen Fällen sei auch eine Verlagerung der Anbaugebiete eine Option.
https://doi.org/10.1016/j.agrformet.2025.110978