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Kontakt zu ESA-Marsroboter scheitert erneut

Die Marsoberfläche - aufgenommen vom NASA-, nicht vom ESA-Roboter.

(NASA)

Der Mars-Landeroboter Beagle 2 bleibt verschollen. Ein Schweizer Teammitglied erklärt, fehlendes Geld und zu wenig Tests könnten mögliche Erklärungen für den (bisherigen) Misserfolg sein.

Ein erster Versuch der Raumsonde Mars Express, mit dem Roboter auf dem Roten Planeten direkt Kontakt aufzunehmen, ist am Mittwoch gescheitert.

Seit sich der "Spürhund" Beagle vor Weihnachten auf den letzten Weg vom Mutterschiff "Mars Express" zum Mars gemacht hatte, gab es keinen Kontakt mehr. Und mit der Landekapsel sind auch von Schweizer Teams entwickelte Kameras und ein High-Tech-Mikroskop verschollen.

Daran änderte sich auch am Mittwoch nichts, als Mars Express erstmals in rund 315 Kilometer Höhe den vermutlichen Landeplatz des Roboters überflog.

Zuvor hatten Experten erklärt, dass der Versuch am Mittwoch wohl die letzte grosse Chance sei, doch noch Lebenszeichen von Beagle 2 aufzufangen. Dennoch wird in den nächsten drei Tagen fieberhaft weitergearbeitet und auf ein Signal gehofft.

"Das ist nicht das Ende der Geschichte, wir können noch viel ausprobieren", sagte David Southwood, wissenschaftlicher Leiter bei der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) vor den Medien in Darmstadt, Deutschland. "Doch ich muss sagen, es ist ein Rückschlag. Es macht mich sehr traurig."

Nicolas Thomas, Professor an der Universität Bern und Mitglied des Beagle-Teams, sagte gegenüber swissinfo, er sei zwar enttäuscht, aber nicht überrascht. "Es gibt wahrscheinlich nur eine 5%-Chance, Beagle noch zu finden."

Bei der US-amerikanischen Raumfahrtsbehörde NASA, der es am vergangenen Wochenende gelang, die Sonde Spirit auf unserem Nachbarplaneten zu landen, wird die europäische Marslandemission schon als offenkundig gescheitert betrachtet.

Gerne hätte Thomas die Kameras und das Spezialmikroskop der Uni Bern und einem Neuenburger Unternehmen auf dem Roten Planeten ausprobiert.

"Doch andererseits bin ich sehr glücklich für das Team der NASA, sie haben viel Arbeit investiert. Aber wenn ich sie vor Freude auf und ab hüpfen sehe, wünschte ich schon, ich wäre es."

Was ist passiert?

Weshalb sich Beagle nicht meldet, darüber wird gerätselt. Thomas erklärte, es sei möglich, dass der Roboter das Eintreten in die Mars-Atmosphäre nicht überstanden oder dass ein Airbag bei der Landung schlecht funktioniert habe.

Und auch wenn die Landung geklappt habe, sei es möglich, dass er sich nicht habe öffnen und Signale senden können. Einer anderen Theorie zufolge könnte Beagle in einen Marskrater gefallen sein.

Geldprobleme

Trotz dem bisherigen Misserfolg findet es Nicolas Thomas weiterhin richtig, dass die Europäer den Versuch mit Beagle unternommen haben. Doch er denkt, dass der Mangel an Geld für die Probleme mitverantwortlich sein könnte.

"Die Mars-Rovers der NASA kosteten etwa 1,1 Mrd. Dollar. Für Beagle 2 schätzen wir, dass wir inklusive Experimente zwischen 80 und 100 Mio. Euro bezahlt haben", erklärte er.

Einen Zehntel also haben die Europäer in ihr Landegerät bloss investiert. Am meisten Geld kostet jeweils die Arbeit der Fachleute und die Experimente und Tests im Vorfeld. "Ich weiss, dass es bei Beagle sehr eng war mit den Arbeitskräften und es ist möglich, dass er nicht genügend getestet wurde."

swissinfo, Isobel Leybold
(Übertragung aus dem Englischen: Eva Herrmann)


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