Kritik an obligatorischem Armee-Orientierungstag für Frauen
Frauen sollen künftig den Orientierungstag für Armee und Zivilschutz besuchen. Der Bundesrat will so mehr Frauen für freiwillige Dienste gewinnen. Während linke Parteien das Obligatorium ablehnen, wird es von der Mitte begrüsst. Die GLP reagiert indes verhalten.
(Keystone-SDA) Künftig soll der Orientierungstag in der Armee auch für Frauen obligatorisch werden; die Vernehmlassung zur nötigen Verfassungsänderung endete am Samstag. Der Bundesrat wolle damit die Chancengleichheit stärken, damit Frauen informiert über einen freiwilligen Dienst entscheiden können, sagte Verteidigungsminister Martin Pfister vorab.
Die SP Schweiz und die Grüne Partei lehnen das Obligatorium ab. Sie verweisen auf strukturelle Probleme in der Armee, insbesondere beim Schutz vor sexueller Belästigung und Gewalt. Die Mitte unterstützt die Vorlage, während sie die Grünliberalen «mutlos» finden. Der Vorschlag löse weder das Alimentierungsproblem, noch liessen sich so mehr Frauen für die Armee gewinnen. Die Kantone äusserten Sorgen wegen der zu erwarteten Mehrkosten.