Arbeit am öffentlichen Gedächtnis
Rund 40 Archive in der Schweiz öffnen am Samstag für die Bevölkerung ihre Türen.
Mit dem 2. Schweizerischen Archivtag wollen die Archivare auf ihre Arbeit aufmerksam machen.
Die meisten der beteiligten Archive stellen ihre Arbeit mit Führungen und weiteren Veranstaltungen vor. So etwa das Bundesarchiv in Bern, es ist mit rund 45’000 Laufmetern Dokumenten das grösste Archiv der Schweiz.
Hier ist unter anderem eine Führung zum Thema Bestandeserhaltung geplant und ein Parcours, auf dem die Teilnehmer den Weg einer Akte ins Bundesarchiv nachvollziehen können.
Privat- und Spezialarchive
Am Archivtag beteiligten sich ausser dem Bundesarchiv auch eine grosse Zahl von Staats- bzw. Kantonsarchiven, wie Andreas Kellerhals, Präsident des organisierenden Vereins Schweizerischer Archivarinnen und Archivare (VSA) auf Anfrage sagte.
Neben diesen vor allem das staatliche Handeln dokumentierenden Archiven können auch zahlreiche private und Spezialarchive besucht werden. In Zürich öffnet etwa das Schweizerische Sozialarchiv seine Tore, in Bern das Schweizerische Literaturarchiv oder die Stiftung SBB Historic, die sich um das geschichtliche Erbe der Bahn bemüht.
Berner Alltag von 1930
In der Stadt Bern öffnen neben dem Bundesarchiv acht weitere Archive ihre Türen für Interessierte.
Im Staatsarchiv können die Besucherinnen und Besucher Einblick nehmen in die unterirdischen Schutzräume für die Kulturgüter und die modernen konservatorischen Methoden kennenlernen.
Im Stadtarchiv werden unter anderem historische Filme aus dem Berner Alltag der 30er Jahre gezeigt, und an einem Büchermarkt können alte und neue Bernensia gekauft werden.
Spezialarchive der Bundesstadt
Neben den Archiven, die vor allem das staatliche Handeln dokumentieren, nehmen in der Bundesstadt aber auch zahlreiche Archive von Organisationen und Institutionen am Aktionstag teil.
Zu den potenziellen Trouvaillen gehört das Archiv Hermann Rorschach am Dalmazirain, wo unter anderem frühe Klecksentwürfe zum gleichnamigen psychologischen Testverfahren des berühmten Schweizer Psychiaters bestaunt werden können.
Das Schweizerische Literaturarchiv stellt sich mit seinen mehrsprachigen Nachlässen und Archiven dem Publikum vor.
Weitere Berner Archive am Archivtag sind die Burgerbibilothek Bern, das Eidgenössische Archiv für Denkmalpflege, das Archiv des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds und das Archiv der SBB Historic, welches die Geschichte der Bundesbahnen dokumentiert.
Bedeutung als öffentliches Gedächtnis
Mit dem Archivtag wollen die Archivare die gesellschaftliche Bedeutung ihrer Arbeit vorstellen, «aber auch Probleme wie die Bestandeserhaltung, die mit der technischen Entwicklung dauernd neue Impulse erhält», sagte Kellerhals.
Ermessen werden könne die Bedeutung der Archive etwa am Beispiel von Themen wie Schweiz-Zweiter Weltkrieg oder Schweiz-Südafrika, wo die Archivierung der relevanten Dokumente den ernsthaften politischen Dialog erst ermögliche.
Zum zweiten Mal
Der Schweizerische Archivtag war erstmals 1997 zum 75-Jahr-Jubliäum des VSA durchgeführt worden. Damals hatten rund 6000 Besucherinnen und Besucher an dem Anlass teilgenommen.
swissinfo und Agenturen
40 Archive in der Schweiz öffnen ihre Türen
Der erste Archivtag fand 1997 statt
Neben öffentlichen beteiligen sich auch private und spezielle Archive.
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