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Basler Theater erhält trotz Kritik mehr Subventionen

Das Basler Parlament stellt dem Theater Basel für die kommenden Jahre mehr Geld zur Verfügung. Von bürgerlicher Seite wurde indes der Ruf nach ausgewogeneren Spielplänen laut. Die Subventionen wurden auf 30,8 Mio.Franken erhöht.

Der Grosse Rat hat am Mittwoch (07.06.) die Grundsubvention des Theaters für die Spielzeiten 2001/2002 bis 2005/2006 der Teuerung angepasst und auf 30,8 Mio. Franken erhöht.

Profitieren kann das Theater zudem von der Abschaffung der Billettsteuer: Die 15 Prozent der Einnahmen aus dem Billettverkauf, die bisher in die Staatskasse flossen, kann das Theater für sich behalten. Das sind 0,7 bis 1,2 Mio. Franken im Jahr.

Kritik von bürgerlicher Seite

Der mit 73 zu 11 Stimmen genehmigte Subventionsvertrag löste im Grossen Rat eine zweistündige Debatte über die Ausrichtung des Theaters aus. Der Antrag der FDP, die Grundsubvention um 800’000 Franken zu kürzen, wurde jedoch mit 69 zu 32 Stimmen verworfen. Auf nur gerade fünf Stimmen kam ein Rückweisungsantrag der Fraktion SD/FPS.

Auf Kritik in Teilen des bürgerlichen Lagers stiess das Theater wegen der sinkenden Publikumszahlen der letzten Jahren, weshalb der Ruf nach einem ausgewogeneren Spielplan und publikumsfreundlicheren Inszenierungen laut wurde.

Auf die internationalen Erfolge der Bühne verwiesen dagegen Linke und bürgerliche Theater-Enthusiasten, deren Ansicht nach Theater auch anregen und provozieren darf und muss.

Kritikern stiess namentlich die stille Subventionserhöhung durch den Verzicht auf die Kompensation der Billettsteuer sauer auf. Im Vorfeld sei argumentiert worden, deren Abschaffung hätte tiefere Eintrittspreise zur Folge. Das sei jedoch beim Theater nicht der Fall.

Die Ratsmehrheit sah dagegen in der über die Billettsteuer abgewickelten Subventionserhöhung ein sinnvolles Anreizsystem für das Theater: Steigen die Einnahmen dank höheren Besucherzahlen an, kommen die Mehreinnahmen voll dem Theater zu gut.

Kritisiert wurde ferner, dass 60 Prozent des Publikums von auswärts stammen, der Stadtkanton das Theater jedoch zu 90 Prozent finanziert. Mit der Subventionskürzung wollte die FDP nicht zuletzt dem Kanton Baselland zeigen, dass der Stadtkanton nicht bereit sei, immer mehr zu bezahlen.

Erziehungsdirektorin Veronica Schaller und weitere Befürworter erachteten die Subventionserhöhung nicht nur als Honorierung der «hervorragenden Leistungen» des Theaters. Nötig sei sie auch wegen der Subventionskürzung vor fünf Jahren. Mit einem Abbau um 30 Prozent sei die Schmerzgrenze damals überschritten worden.

swissinfo und Agenturen

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