Das Munot-Glöcklein schweigt
Schaffhausen muss ohne das Läuten des Munot-Glöckleins auskommen. Das Lied von der zersprungenen Glocke ist - zumindest vorübergehend - wahr geworden.
Normalerweise läutet die Glocke jeden Abend um 21 Uhr. Nun ist sie defekt und ruht. Mindestens 12 Wochen wird es laut Stadtrat dauern, sie zu reparieren
«Von stillem Weh erfüllt»
Im Lied vom Munot-Glöcklein zieht der Turmwächter «wütend an dem Strang», weil er eifersüchtig ist: «Ach, man küsste mir mein Liebchen, während ich die Stunde schlug». Das Glöcklein hält soviel Wut nicht aus und springt. Seine Klänge sind anschliessend «von stillem Weh erfüllt».
Und so hatte in letzter Zeit das reale Glöcklein auf dem Munot ob Schaffhausen denn auch getönt. Immer noch wird es stündlich und zudem nachhaltig um 21 Uhr geläutet. In früheren Zeiten hatte dieses Glockengeläut die Schliessung der Stadttore angekündigt.
Von der Gefahr der Glocke
Auf diese Erinnerung müssen Schaffhauserinnen und Schaffhauser, aber auch Nostalgiker eine Weile verzichten. Der Munot-Wächter hatte nämlich bereits vor einiger Zeit das Läuten eingestellt, weil die Glocke defekt ist.
Eine Überprüfung durch eine Kunstgiesserei hat nun ergeben, dass sich der Riss rund 240 Grad um die Glocke zieht. Die Glocke klingt damit nicht nur unrein, sie ist laut Stadtrat «in hohem Masse gefährdet und gefährlich». Daher wird sie jetzt repariert. Kostenpunkt: rund 22’000 Franken.
swissinfo und Agenturen
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