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Der neue Mann am Centro Culturale Svizzero: Domenico Lucchini

Domenico Lucchini. Keystone Archive

Am 1.Oktober hat Domenico Lucchini seinen neuen Job am Centro Culturale Svizzero in Mailand aufgenommen. Als Direktor löst er Chaspar Pult ab, der aus persönlichen Gründen nach Graubünden zurückgekehrt ist.

Noch fühle er sich ein wenig zwischen den Bänken, meint Lucchini über die neue Aufgabe. Bis Ende Jahr teilt der 46-jährige Kulturwissenschafter seine Energie zwischen Mailand und Chiasso auf.

In der Tessiner Grenzstadt ist er seit 1988 als Kulturbeauftragter tätig. Mit grossem Erfolg hat er das Städtchen aus dem kulturellen Dornröschenschlaf geweckt.

Zuvor war Lucchini von 1984 bis 1987 stellvertretender Leiter bei der Filmsektion im Bundesamt für Kultur, danach verbrachte er ein Jahr im Schweizer Kulturzentrum von Paris. Von 1990 bis 1997 leitete er das Jugendfilmfestival von Bellinzona.

Lucchini weiss, dass man bei der Gründung des CCS 1997 keinen Tessiner wollte, um eine italienischsprachige Achse Bellinzona-Mailand zu verhindern. Das CCS muss die ganze Schweiz repräsentieren. «Meine berufliche Karriere ist eine Garantie, dass ich die Interessen aller Landesteile wahrnehmen werde», sagt Lucchini, für den der Jobwechsel einen Quantensprung bedeutet.

«Bisher holte ich die internationale Kultur nach Chiasso, jetzt muss ich die Schweizer Kultur nach Italien bringen.» Er wolle neben der traditionellen Nord-Süd-Schiene auch das Ost-West-Verhältnis stärken. Insbesondere soll die Westschweiz stärker zum Zug kommen.

Das CCS hat sich in Mailand und Umgebung etabliert. Jetzt will Lucchini verstärkt die Peripherie bearbeiten und an Orte gehen, die normalerweise im Abseits des Kulturbusiness liegen.

Gerhard Lob

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