Dokumentarfilmpreis für Peter Liechti
Grosse Ehre für die Schweiz: Erstmals überhaupt ist ein Schweizer Film mit dem Europäischen Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet worden. Der St. Galler Peter Liechti erhielt den Preis für seinen neuen Film "The Sound of Insects".
Der 58-jährige Filmschaffende zeigte sich bei der Verleihung der 22. Europäischen Filmpreise am Samstagabend in der Jahrhunderthalle in Bochum hoch erfreut über die Ehre und bedankte sich mit emotionalen Worten bei der Jury.
Eine dreiköpfige französisch-österreichisch-russische Jury hatte Liechtis Film aus einer Shortlist von zehn europäischen Dokumentarfilmen ausgewählt. Ebenfalls nominiert war der Schweizer Film «Die Frau mit den fünf Elefanten» von Vadim Jendreyko, der gegenwärtig in den Schweizer Kinos zu sehen ist.
Peter Liechti erhielt den Preis «für eine aussergewöhnliche visuelle Erzählung zwischen Leben und Tod», wie die Jury sagte. «The Sound of Insects» visualisiert in intensiven Bildern einen tagebuchartigen Text eines Mannes, der Selbstmord durch Verhungern begangen hatte.
Peter Liechti zeigte sich erfreut über den «mutigen Entscheid» und die «Risikobereitschaft» der Jury. Der Europäische Filmpreis sei «die grösste Anerkennung» seiner Karriere.
Liechti machte mit sorgfältig und vielschichtig konstruierten Essayfilmen wie «Signers Koffer» (1996), «Namibia Crossings» (2004) oder «Hardcore Chambermusic» (2006) international auf sich aufmerksam.
swissinfo.ch und Agenturen
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