Einer der ganz Grossen des 20. Jahrhunderts
Das Kunstmuseum Basel will mit seiner Ausstellung "Louis Soutter et les modernes" dem Westschweizer Maler seinen Platz in der modernen Kunst zuweisen.
Rund 200 der eindringlichen Werke Soutters werden in den Kontext der Kunst seiner Zeitgenossen gestellt.
Die Besucher sollten sehen, wie «modern und kühn» Soutter sei, sagte Museumsdirektor Bernhard Mendes Bürgi in Basel bei der Präsentation der Ausstellung «Louis Soutter et les modernes»: «Soutter ist einer der ganz grossen Künstler des 20. Jahrhunderts der Schweiz.»
Die Ausstellung in Basel zeigt 110 Bleistift- und Federzeichnungen, 6 von Soutter illustrierte Bücher sowie rund 90 Fingermalereien. Sie stellt sie Werken der klassischen Moderne aus den Stilrichtungen Kubismus, Expressionismus und Surrealismus gegenüber.
3000 Werke erhalten
Der in Morges am Genfersee geborene Maler und Musiker Louis Soutter (1871-1942) hatte zunächst in Brüssel Musik studiert, bevor er sich in der Schweiz und in Frankreich in der Malerei ausbilden liess.
1897 emigrierte er in die USA, wo er in Colorado Springs ein Atelier eröffnete und Leiter der Kunstfakultät wurde.
1903 kehrte er in die Schweiz zurück und arbeitete als Violinist in Symphonieorchestern in Lausanne und Genf. Ab 1915 führte er immer mehr das Leben eines «dandyhaften Vagabunden» und arbeitete in Unterhaltungs-Orchestern in Kurhotels und Stummfilmkinos.
Unter Vormundschaft, mit 52 abgeschoben
Wegen seiner hohen Schulden liess ihn seine Familie unter Vormundschaft stellen.
1923, mit 52 Jahren, wurde Soutter von seiner Familie gegen seinen Willen in ein Altersheim in Ballaigues im waadtländischen Jura eingewiesen. Erst dort entstand sein immenses Werk: Heute sind noch rund 3000 seiner Werke erhalten, diese dürften aber nur etwa einen Viertel des Gesamtumfangs darstellen.
Zeichnungen in Schulhefte
Seine ab 1923 entstandenen Arbeiten zeichnete Soutter mit Feder und Bleistift oft in Schulhefte. In expressiver Art und oft mit wuchernden Arabesken stellen die Zeichnungen Pflanzen, Blumen, Architektur oder Menschen dar.
Ab 1936 setzte Soutter auch Druckerschwärze und Farbe ein, die er mit den Fingern direkt aufs Papier malt. Archaische dunkle und tanzende Figuren aber auch Kreuzigungsbilder bilden die Schwerpunkte dieser grösserformatigen Bildern.
Der Künstler fand mit seinen Arbeiten die Aufmerksamkeit seines Cousins Le Corbusier, der sich für den Künstler einsetzte. Der Architekt verkauft Werke Soutters an Bekannte und publiziert 1936 einen Text in einer Kunstzeitschrift über ihn. Dennoch wurden die Arbeiten Soutters zu seinen Lebzeiten nie über einen kleinen Kreis hinaus bekannt.
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