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Goldener Leopard für chinesisches Werk «Baba»

Wang Shuo mit seiner Tophäe, dem goldenen Leoparden. Keystone

Der Chinese Wang Shuo ist für seinen Debütfilm "Baba" mit dem Goldenen Leoparden des Filmfestivals von Locarno ausgezeichnet worden. Die deutsche Produktion "Manila" von Romuald Karmakar erhielt einen Silbernen Leoparden als bester "Junger Film".

Ein Bronzener Leopard ging an Sabine Timoteo, die Hauptdarstellerin aus Philip Grönings Film «L’amour, l’argent, l’amour».

«Baba», ein Film über einen Generationenkonflikt, ist in China verboten und wurde unter grosser Geheimhaltung nach Locarno gebracht. Die Festivalleitung hatte den 18. Wettbewerbsbeitrag lange als «Überraschungsfilm» geführt, um zu vermeiden, dass die chinesischen Behörden die Ausreise verhindern. Die Filmrollen wurden schliesslich erfolgreich ausser Landes geschmuggelt. Auch der Regisseur und Schriftsteller Wang Shuo konnte nur über Umwege nach Locarno reisen.

Sein Erstlingswerk basiert auf einem Roman, den er Anfang der 90er Jahre veröffentlicht hat. Es ist die Geschichte eines sensiblen Heranwachsenden, der die Strenge des Vaters nicht unwidersprochen hinnimmt. Die mit viel Sinn für Ironie vorgetragene Kritik am Regime und der Gesellschaft ist subtil.

Wang Shuo wurde 1958 in Nanjing geboren. Er wird vor allem von jungen Chinesen verehrt. Von den Behörden wird er wegen seines angeblich schlechten Einflusses auf die Heranwachsenden scharf beobachtet. Auf Deutsch ist unter anderem sein Roman «Herzklopfen heisst das Spiel» erschienen (Diogenes).

Romuald Karmakar wurde in der Kategorie «junger Film» ausgezeichnet. Die Geschichte dreht sich um deutsche Touristen, die auf dem Rückweg nach Frankfurt wegen eines Flugzeugdefekts in Manila festsitzen: Sex-Touristen, Bildungsreisende, Aussteiger. Im Januar hatte er für das Drehbuch zusammen mit Co-Autor Bodo Kirchhoff bereits den Bayerischen Filmpreis erhalten. Der zweite silberne Leopard in der Kategorie «neuer Film» ging an den Hongkong-Chinesen Fruit Chan für seinen Film «Xilu Xiang».

Die 1975 geborene Bernerin Sabine Timoteo wurde für ihre Rolle als Nutte Marie in der deutschen Produktion «L’amour, l’argent, l’amour» als beste Darstellerin mit einem bronzenen Leoparden ausgezeichnet. Der Film erzählt die Geschichte des 17-jährigen Schrott-Sortierers David, der in der Silvesternacht in Berlin die Nutte Marie kennen lernt. Beide beschliessen, am nächsten Tag zusammen wegzufahren. Regisseur Gröning hatte 1992in Locarno für «Die Terroristen!» einen bronzenen Leoparden erhalten.

Hollywood-Regisseur Paul Verhoeven («Basic Instinct») war bereits am Freitagabend mit dem Ehrenleoparden für sein Gesamtwerk ausgezeichnet worden. Er zeigte in Locarno ausserhalb des Wettbewerbs den mystischen Thriller «Hollow Man».

swissinfo und Agenturen

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