Hauptpreis der Solothurner Filmtage geht an Léa Pool
Die kanadisch-schweizerische Filmemacherin Léa Pool (Bild) erhielt an den Solothurner Filmtagen für ihren Spielfilm "Emporte-moi" den Hauptpreis. Bester Darsteller wurde Stefan Suske, beste Darstellerin Delphine Lanza.
In Harmonie und Einmütigkeit sind am Mittwochabend (19.01.) in Solothurn zum dritten Mal die Schweizer Filmpreise vergeben worden. Am meisten erstaunt über die Auszeichnungen waren die Preisträger selber.
Keine Überraschung war der Hauptpreis, der mit Léa Pools «Emporte-moi» an den überzeugendsten der fünf nominierten Filme ging. Léa Pool (Bild) zeigt mit ihrem sechsten Kinospielfilm eine sensible Chronik einer kritischen Pubertät im kanadischen Montreal. Die charismatische Karine Vanesse brilliert in der Hauptrolle der 14- jährigen Hanna.
Die Jury fällte ihren Entscheid – offenbar als einzigen des Abends – einstimmig. «Dies ist mein persönlichster Film», sagte die zur Preisverleihung aus Kanada angereiste Pool. «Emporte-moi», eine kandadisch-französisch-schweizerische Koproduktion, war vor einem Jahr im Wettbewerb der Berliner Filmfestspiele erstmals zu sehen.
Die kanadisch-schweizerische Filmemacherin Léa Pool erhielt an den Solothurner Filmtagen für ihren Spielfilm «Emporte-moi» den Hauptpreis. Bester Darsteller wurde Stefans Suske, beste Darstellerin Delphine Lanza.
«Absolut nicht erwartet» hatte Norbert Wiedmer den ebenfalls mit 50’000 Franken dotierten Preis für den besten Dokumentarfilm. Sein Berner Hornusserfilm «Schlagen und Abtun» war schon vor einem Jahr an den Solothurner Filmtagen gezeigt worden. Favorit für den Preis war der Episodenfilm «ID SWISS» der Firma «Dschoint Ventschr».
Das Produktionshaus von Samir und Werner Schweizer musste sich mit dem Kurzfilmpreis begnügen, den sie ebenfalls produzierten. Die in Zürich lebende Kurdin Esen Isik hatte für den Siegerfilm «Babami Hirsizlar Caldi» (Vaterdiebe) vor einem Jahr in Solothurn bereits den Preis für den besten Nachwuchsfilm erhalten. Isik wurde in Istanbul geboren und übersiedelte 1990 in die Schweiz.
Keine Favoriten gab es bei den Schauspielpreisen, da mit Ausnahme der aus der Fernsehserie «Lüthi und Blanc» bekannten Bündnerin Tonia Maria Zindel die sechs Kandidaten und Kandidatinnen kaum bekannt waren.
Naheliegend immerhin der Preis an den seit zehn Jahren in Bern lebenden und am Stadttheater Bern engagierten Österreicher Stefan Suske. Er spielt im Film «Grosse Gefühle» von Christof Schertenleib als einziger der Nominierten eine Hauptrolle. Mit dem Preis als beste weiblich Hauptdarstellerin wurde die in Frankreich geborene und in Genf lebende Delphine Lanza geehrt. Sie spielt im Film «Attention aux chiens» von François Christophe Marzal eine junge Frau, die sich nicht zwischen zwei Männern entscheiden kann und darum gleich beide möchte.
SRI und Agenturen
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