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IMF 2000 unter dem Motto «Metamorphosen»

Blick auf die neue Orgel in der Salle Blanche des Luzerner Kultur- und Kongresszentrums. Keystone

Die Internationalen Musikfestwochen Luzern (IMF) stehen in diesem Jahr unter dem Titel "Metamorphosen". Das Festival ist grösser denn je, dauert viereinhalb Wochen, umfasst über 80 Veranstaltungen und setzt nach wie vor auf Spitzenqualität.

Mit der Einweihung der neuen Orgel im Konzertsaal werden die IMF diesen Donnerstag (17.08.) eröffnet. Am 16. September werden die Wiener Philharmoniker das nach eigener Wertung «beste orchestrale Festival der Welt» beschliessen.

«Metamorphosen» ist der zweite Teil der von Intendant Michael Haefliger konzipierten Trilogie. Sie begann im vergangenen Jahr mit «Mythen» und schliesst 2001 mit dem Thema «Schöpfung».

Das diesjährige Motto steht laut Haefliger nicht nur für Wandlungskritieren innerhalb der Musik, sondern auch für den Jahrhundertwechsel – und für das Luzerner Festival.

Nachdem das Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) vollständig in Betrieb ist und der Jugendstilsaal im Hotel Schweizerhof wieder zur Verfügung steht, gibt es keine Einschränkungen mehr beim Raumangebot.

Der Programm-Ausbau erfolgt in Übereinstimmung mit der wachsende Nachfrage. Neben der speziellen Anziehungskraft von Nouvels Gebäudekomplex in Luzern registriert die IMF-Leitung ein generell wachsendes Publikums-Interesse am Festival.

Jubilar Pierre Boulez

Allerdings, so wird von der Festivalleitung betont, dürfe der quantitative Ausbau nicht auf Kosten der Qualität gehen. Deshalb setzt man weiterhin auf Spitzenkräfte. Bei den Sinfoniekonzerten, deren Zahl von 18 auf 25 erhöht wurde, sind unter anderem die Berliner und die Wiener Philharmoniker sowie das Concertgebouworkest zu Gast.

Geleitet werden die Orchester von Leuten wie Bernard Haitink, Zubin Metha, Kurt Masur und Riccardo Chailly. Claudio Abbado musste aus Gesundheitsgründen für Luzern absagen. Pierre Boulez, der in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feiert, dirigiert gleich drei Konzerte mit dem London Symphony Orchestra.

Artiste étoile und Composer in residence

Artiste étoile ist die deutsche Klarinettistin Sabine Meyer. Eine ganze Konzert-Reihe ist den Bach-Interpretationen von Andras Schiff gewidmet. Im weitern sind in Luzern neben anderen auch Martha Argerich, Emanuel Ax und Alfred Brendel zu hören.

Der Violonist Isaac Stern muste auf Anraten der Ärzte seine Konzertreise nach Luzern kurzfristig absagen. Stern wollte im Jahr seines 80. Geburstags Luzern, den Ort seines Europadebüts (1948) mit einem Meisterkurs und einem Rezital beehren.

Programmiert sind fünf Ur- und sechs Schweizer Erstaufführungen. Im Vordergrund stehen dabei Werke der beiden Composer in residence: György Kurtag aus Ungarn und Toshio Hosokawa aus Japan.

Mit der neuen Orgel ist die vor zwei Jahren eröffnete Salle blanche im KKL nun vollständig ausgerüstet. Zur Einweihung gibt es einen fünfteiligen Orgel-Zyklus.

Symposium mit Giddens und Sloterdijk

Das Festival-Programm umfasst zudem Late Night-Konzerte (George Gruntz, Burhan Öcal, Uri Caine usw.), die Reihe «Weltruf» (Tibetanische Mönche, Affentanz aus Bali, «Nacht der Trance»), eine Japanische Nacht sowie den Children’s Corner. Im «Inselipark» wird ein Zirkuszelt aufgestellt, in dem Clowns, Gaukler, Akrobaten und Zauberer aus aller Welt auftreten.

Das Luzerner Theater zeigt als Koproduktion zwei Premieren im Bereich des Musiktheaters: die szenische Umsetzung von Kurtags Kafka-Fragment sowie eine Japanische Nacht, bei der Hosokawas Werk einen Schwerpunkt bildet.

Dem Thema Metamorphosen ist auch ein Symposium unter dem Dylan-Titel «The times they are a-changing» gewidmet; es treten u.a. der Soziologe Anthony Giddens und der Philosoph Peter Sloterdijk auf.

swissinfo und Agenturen

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