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Japanische Kaiserin am Kinderbuch-Kongress

Kaiserin Michiko (r.) und Bundesrätin Ruth Dreifuss. Keystone

Kaiserin Michiko von Japan hat am Sonntag in Basel den Jubiläumskongress der internationalen Kinderbuch-Organisation IBBY eröffnet.

Die Briten Aidan Chambers und Quentin Blake erhielten den renommierten Hans Christian Andersen-Preis 2002.

Schirmherrinnen des Kongresses des vor 50 Jahren gegründeten «International Board on Book for Young People» (IBBY) waren neben Kaiserin Michiko die ägyptische First Lady Suzanne Mubarak und Bundesrätin Ruth Dreifuss.

Sie richteten ebenfalls Grussworte an die aus 50 Ländern angereisten 450 Kongress-Teilnehmer.

Geistige Nahrung für Kinder

Alle drei Schirmherrinnen unterstrichen in ihren Voten die Bedeutung von Literatur als geistige Nahrung für Kinder. Kinder-und Jugendbücher, die die Werte von Liebe und Toleranz weitergeben, seien wichtig für eine bessere Welt.

Für Bundesrätin Dreifuss ist der freie Zugang zu Büchern ein Grundrecht der Kinder auf der ganzen Welt.

Enge Verbindung zum IBBY

Die japanische Kaiserin, die an der Eröffnungszeremonie in einem traditionellen Kimono auftrat, ist wie Ägyptens First Lady seit Jahren eng mit der in Basel domizilierten IBBY verbunden.

Suzanne Mubarak ist Gründerin und Präsidentin der ägyptischen IBBY-Sektion und hat viel für die Leseförderung in ihrem Land getan.

Kaiserin Michiko befasst sich seit langem mit Kinderliteratur und hat Gedichte von Michio Mado vom Japanischen ins Englische übersetzt.

Die Schirmherrinnen haben immer wieder die Bedeutung des IBBY für die internationale Verständigung betont. Die Organisation war vor 50 Jahren mit dem Ziel ins Leben gerufen worden, Kinder im kriegsversehrten Deutschland mit Büchern zu versorgen,

«Kleiner Nobelpreis» für zwei Briten

Im Rahmen der Eröffnung des bis am Mittwoch dauernden Kongresses wurde auch der Hans Christian Andersen-Preis vergeben, der laut IBBY als wichtigste internationale Auszeichnung auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur gilt. Diesjährige Preisträger sind der Autor Aidan Chambers und der Illustrator Quentin Blake, die beide aus Grossbritannien stammen.

Die Auszeichnung, die im Zweijahresturnus in Form einer Medaille verliehen wird, ist auch als «kleiner Nobelpreis» bekannt. Schweizer Träger des Andersen-Preises für Illustration waren 1966 Alois Carigiet und 1994 Jörg Müller.

Grosses Interesse der japanischen Medien

Der Besuch der japanischen Kaiserin am Kongress in Basel stösst bei japanischen Medien auf grosses Interesse. Einer der Gründe ist die Tatsache, dass die 68-jährige Michiko sich mit der Reise in die Schweiz als erste japanische Kaiserin überhaupt ohne den Kaiser ausser Landes begibt.

Kaiserin Michiko weilte bereits im Mai 2000 in der Schweiz. Damals begleitete sie Kaiser Akihito unter anderem bei einem Besuch des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz IKRK in Genf.

swissinfo und Agenturen

Hans Christian Andersen-Preis 2002:
Aidan Chambers (Autor)
Quentin Blake (Illustrator)


Schweizer Preisträger:
Alois Carigiet – 1966 (Illustrator)
Jörg Müller – 1994 (Illustrator)

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