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Laure Wyss gestorben

Die Journalistin und Schriftstellerin war Zeit ihres Lebens aktiv. Keystone Archive

Die engagierte Schriftstellerin und Journalistin Laure Wyss ist am Mittwoch im Alter von 89 Jahren in ihrem Heim in Zürich gestorben.

Mit ihr verliert die Schweiz eine Autorin, die sich stets einmischte und sich für Benachteiligte einsetzte.

Wie der Limmat Verlag am Donnerstag mitteilte, starb Laure Wyss in ihrem Heim in Zürich. Sie galt als die grosse alte Dame des Journalismus, obwohl sie diese Bezeichnung selbst nie besonders gerne hatte, wie Erwin Künzli vom Limmat Verlag sagte.

Die Trauerfeier findet am kommenden Donnerstag, 29. August, um 15 Uhr im Zürcher Grossmünster statt.

Die Journalistin und Schriftstellerin war Zeit ihres Lebens aktiv. Einen viel beachteten Auftritt hatte sie am 30. September 2001: Zum UNO-Tag des Alters führte sie ein Gespräch mit dem damaligen Bundespräsidenten Moritz Leuenberger.

Dabei betonte Wyss – eine «bekennende Alte», wie Leuenberger sie bezeichnete -, sie wehre sich gegen umschreibende Begriffe wie Ältere, Senioren oder gar «junge Alte». Das Alter sei nicht ein eigener Lebensabschnitt, sondern schlicht die Fortsetzung des Lebens. Mühe habe sie dann, wenn man auf die Zahl der Altersjahre reduziert werde, im Sinn von «noch mit 88 Jahren…».

Mitbegründerin des «Tages-Anzeiger-Magazin»

Laure Wyss wurde 1913 in Biel geboren, wo sie auch aufwuchs. Nach Abschluss der Schulen studierte sie in Paris, Berlin und Zürich Sprachen. Die Kriegsjahre verbrachte Wyss in Schweden. Aufgrund ihrer Kenntnis der nordischen Sprachen übersetzte sie zahlreiche Texte.

Seit 1945 wohnte Wyss in Zürich. Dort war sie zunächst als freie Journalistin, später als Redaktorin beim «Luzerner Tagblatt» und beim Schweizer Fernsehen tätig. Sie war dort für die Gestaltung des ersten Programms für Frauen zuständig.

Ab 1963 war sie zeichnende Redaktorin beim Zürcher «Tages-Anzeiger». 1970 gehörte sie zu den Gründerinnen und Gründern des «Tages-Anzeiger-Magazin»; in den 70er Jahren sorgten die Artikel des «Tagi-Magi» immer wieder landesweit für Aufsehen.

Schriftstellerin erst nach Pensionierung

Nach ihrer Pensionierung im Jahr 1979 wandte sich Wyss der Schriftstellerei zu und veröffentlichte eine ganze Reihe Bücher. Ihre Werke sind geprägt von persönlicher Anteilnahme der Autorin und ihren Erfahrungen als Journalistin.

So recherchierte sie etwa für «Ein schwebendes Verfahren» (1981) minutiös die Hintergründe einer Familientragödie, und «Liebe Livia» (1986) ist ein Tagebuch einer Gefangenen in Hindelbank. Bezug zu ihren Jahren in Schweden schafft das Werk «Weggehen ehe das Meer zufriert» (1994), in dem es um die schwedische Königin Christine geht.

Einen besonderen Stellenwert in ihrem Wert nahm die Lyrik ein, zu der sie jedoch erst in hohem Alter gefunden hatte. Unter anderem veröffentlichte sie die Gedichtbände «Lascar» (1994) und «Rascal» (1999).

Zahlreiche Auszeichungen

Laure Wyss wurde mit verschiedenen Auszeichnungen geehrt. Unter anderem erhielt sie 1982 den Preis der Schweizerischen Schillerstiftung, 1985 eine Ehrengabe des Kantons und 1987 einen Werkjahrbeitrag der Stadt Zürich.

Im selben Jahr zeichnete der Bundesrat Laure Wyss für ihr soziales Engagement für benachteiligte Menschen aus. 1991 folgte der Premio Mediterraneo und 1993 das Max-Frisch-Werkjahr. Ihr Gesamtwerk wurde 1998 mit dem Schillerpreis und 2000 mit der goldenen Ehrenmedaille des Zürcher Regierungsrates ausgezeichnet. 2001 erhielt Wyss einen Werkbeitrag des Kantons Zürich und 2002 einen der Pro Helvetia.

swissinfo und Agenturen

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